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Tanja ist verzweifelt: Sein Egoismus treibt mich in den Wahnsinn!

Sein Egoismus treibt mich in den Wahnsinn!
Sein Egoismus treibt mich in den Wahnsinn!
Foto: maccosta | flickr.com

Liebe Beatrice,
Seit zwei Jahren bin ich (28) mit meinen Freund (30) zusammen.
Die ersten 7 Monate waren richtig schön. Er hat sich sehr um mich bemüht und wir hatten eine tolle Zeit. Danach war alles ein schleichender Prozess.

Wenn ich ins Detail gehen würde, dann würde das den Rahmen sprengen, deshalb schreibe ich nur die wichtigsten Punkte auf. Ich leide unter Flugangst. So sehr, dass ich auf einen Urlaub verzichte. Mein Freund weiß das und hatte mir am Anfang unserer Beziehung versprochen, dass wir ein Reiseziel finden, dass sich auch mit dem Auto erreichen lässt. Letztes Jahr ist er dann ganz alleine in den Urlaub geflogen. Er bestimmte das Ziel und entweder komme ich mit, oder nicht. Dazu muss ich sagen, dass das sein zweiter Urlaub in diesem Jahr war. Zuvor war er im Winterurlaub mit Freunden. Als er nach 14 Tagen aus dem Urlaub kam, brachte ich ihm die Nachricht, dass ich schwanger bin (offenbar ging mal was mit dem Kondom schief). Er ging sofort davon aus, dass ich abtreibe und stresste mich wo er nur konnte. Es waren schreckliche 3 Wochen für mich. Er meinte, dass er sich nicht anpasst und auf irgendwas verzichtet. Als er sich dann doch noch zusammenreißen wollte, hatte ich eine Fehlgeburt.
Auch im Alltag, obwohl sowas wie Alltag gibt es bei uns nicht, weil wir uns nur an den Wochenenden sehen, bestimmt er den Tagesablauf. Entweder richte ich mich danach, oder er unternimmt was alleine. Wenn ich mal etwas vorschlage, dann passt ihm das mal gerade wieder nicht und es wird im Endeffekt wieder das gemacht, worauf er Lust hat. Aktuell ist gerade, dass er ausziehen möchte und sich ein Eigenheim angeschafft hat. Er möchte, dass ich zu ihm ziehe. Am Anfang habe ich gedacht, dass er mich ein wenig mit einbezieht und wir zusammen Möbel aussuchen. Nein, er geht mit seinen Eltern und erzählt mir, was er sich Schönes für das Heim gekauft hat.
Ich habe ihm gesagt, dass es mich kränkt, dass er mich nicht ein wenig miteinbezieht. Schließlich soll auch ich dort wohnen und mich wohl fühlen. Ich bezweifel langsam, dass er mich dabei haben will, obwohl er immer Gegenteiliges behauptet. Heute sollte ich mit dem Zug zu ihm fahren. Da ich seit meiner Fehlgeburt verstärkt Ängste habe, habe ich meinem Freund gesagt, dass er nicht böse sein soll, wenn ich an diesem Wochenende nicht zu ihm komme. Daraufhin war er sehr beleidigt. Meine Freunde meinten, dass er mich doch für einmal abholen könnte. Er entgegnete mir, dass er ja dann das halbe Wochenende auf der Autobahn verbringen würde. Uns trennen aber nur 70 Km! Ich habe nicht verlangt, dass er mich abholt, nur das er meine Angst ein wenig versteht. Am Anfang unserer Beziehung hat er mich oft abgeholt, weil ich zu dem Zeitpunkt arbeitslos war. Später wollte er dann, dass ich mit dem Zug zu ihm komme. Das ging aber nicht immer, weil das Geld fehlte. Dann meinte er nur, dass wir uns dann leider nicht sehen könnten. Und so haben wir uns dann eben erst eine Woche später getroffen. Am Geld lag es bei ihm nicht.
Er ist ein Typ, wenn etwas nicht so läuft, wie er es gerne hätte, dann wird er bockig. Kann man mit so einem Mann leben? Ändern wird er sich wohl niemals, oder? Meinst Du, eine Trennung ist unausweichlich?
Tanja (28)
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Liebe Tanja,
warum sollte er sich ändern, wenn du meistens nachgibst? Da du dich ohnehin schon mit dem Gedanken trägst, dich zu trennen, kannst du vorher auch ausprobieren, was passiert, wenn du dich wirklich genauso verhältst wie er. Hör sofort auf, deine Lebensplanung und deine Freizeitgestaltung nach ihm auszurichten, mach sechs Wochen lang genau das, was du gern tust. Sollte er sich in diesem Zeitraum nicht deutlich in deine Richtung bewegt haben, kannst du davon ausgehen, dass er dich kein Fitzelchen mehr liebt, sondern nur aus Bequemlichkeit mit dir zusammen ist. Bis jetzt warst du ja auch bequem! Für mich klingt das jetzt schon so, als ob er dich nicht mehr liebt. Hör auf, ständig daran zu denken, wie er früher mal war - das ist Vergangenheit und Gefühle ändern sich nun mal. Was zählt, ist die Gegenwart und die Zukunft.
Und: Verabschiede dich erst mal von dem Plan, bei ihm einzuziehen. Es sieht tatsächlich so aus, als ob dein Einzug nicht grade sein tiefster Herzenswunsch ist.  Auch das ist vor allem ein Arrangement aus Bequemlichkeit (von beiden Seiten, oder?).
Außerdem musst du dringend etwas gegen deine Ängste tun - du bist ein zu ängstlicher Mensch und lässt dich viel zu oft von deinen Ängsten steuern.

Übrigens: In meinem Buch "Mister Aussichtslos" findet sich genau der Typus deines Freundes - das Kapitel "Der Egomane", und genau die Geschichte mit der Schwangerschaft, wo er total stresst, findet sich in Kapitel 1. In diesem Buch findest du viele Anhaltspunkte, ob du dich trennen solltest oder erst mal nicht.

Herzlichst
Beatrice Poschenrieder

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