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Sex: Er kommt zu schnell

Hallo Beatrice...

Ich bin zwar schon 30, aber beim Sex fühle ich mich wie ein verdammter 16jähriger... weil ich viel zu schnell komme. Und zwar nach ein bis drei Minuten, manchmal sogar schon beim Eindringen. Das war eigentlich schon immer so, wenn ich auf eine Frau scharf bin, also sie sexy finde und Lust auf sie habe, unabhängig von der Dauer der Beziehung. Meine jetzige Freundin ist meine längste, fast zwei Jahre, und ich hab immer noch total Lust auf sie. Ich hab eine innere Panik, dass sie auf Dauer nicht mehr mitmacht, obwohl es bis jetzt nicht so aussieht, weil ich geschickte Hände habe...

Bitte helfen Sie mir!

Mr. J (30)

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Hi Mr. J,

nun mal keine Panik! Es gibt eine Menge Methoden und Wege. Hier ein Auszug aus einem meiner Bücher über die gängigsten Wege plus meine Beurteilung:

• Ablenken

Am gängigsten ist, krampfhaft an etwas anderes zu denken. Ich finde das ungünstig, weil Sex Spaß machen soll. Frauen wollen einen Liebhaber, der Sex genießt und bei ihnen ist und nicht bei Rechenaufgaben oder seinem Motorrad. Außerdem kann ein Mann seine körperlichen Vorgänge nur dann unter Kontrolle kriegen, wenn er sich drauf konzentriert statt auf was anderes.

• Druck rausnehmen

Männern, die vor der Bettpremiere mit einer neuen Flamme stehen, empfehle ich oft, vorm Sex zu onanieren, damit sie weniger Druck haben. Das kann einem Frühzünder auch nützen, aber nur ein bisschen. Zum Beispiel dass er vier Minuten statt zwei hinkriegt. Allerdings können Sie ja nicht jedes Mal vorher im Bad verschwinden. Und es kann passieren, dass Sie dann nicht so schnell wieder hart werden. Was ich jedoch rate, ist, davor zu pinkeln. Denn eine volle Blase verstärkt den Impuls zu ejakulieren.

• Stellungen

Viele Männer kommen bei bestimmten Stellungen weniger schnell - bei solchen, wo weder ihr Penis noch das Hirn allzu sehr gereizt wird, und bei solchen, wo sie besser entspannen können (etwa "Frau oben"). Nur bringen diese Stellungen wenig, wenn sie der Frau auch keinen richtigen Lustgewinn bescheren. Oder wenn sie ständig aufpassen muss, dass er nicht zu sehr gereizt wird. Nützlich sind allerdings Positionen, wo er sie zusätzlich mit der Hand beglücken kann (etwa "von der Seite").

• Verkehrs-Stopp

Auch sehr beliebt: das Stoßen zu stoppen, sobald die Erregung zu groß wird. Leider bringen diese Zwangspausen auch die Frau ziemlich runter! Wie soll sie kommen, wenn er dauernd aufhört, sobald es am schönsten ist? Das ist höchstens als Notlösung akzeptabel und auch nur mit Lecken als Pausenfüller.

• Drücken und Ziehen

Sie können ein paar Stellen am Gemächt betätigen, um die Ejakulation aufzuhalten. Drücken Sie kräftig mit den Fingern an der Penis-Wurzel oder unterhalb der Eichel oder am Damm (Übergang zwischen Hoden und Po). Ziehen Sie sanft aber kräftig Ihre Eier lang (meist ziehen sie sich kurz vorm Kommen ein Stück in den Körper hinein). Probieren Sie all diese Varianten aus, vielleicht klappt eine bei Ihnen. Aber auch nur dann, wenn Sie den richtigen Moment erwischen. Und sind auf Dauer auch nicht das Wahre. Denn will Mann jedes Mal, wenn er den Drang zum Kommen hat, den Penis aus der Partnerin ziehen und dran herumdrücken? Ich fände das eher abtörnend.

• Betäubungsmittel

Sowohl Kondome als auch betäubende Cremes (Sexshop, Apotheke) verringern die Penisreizung. Klingt erst mal nicht schlecht, aber andererseits, was nützt das längere Stoßen, wenn man kaum noch was davon spürt? Gummis und Cremes sind, wie alle andern oben genannten Methoden, nur Hilfskrücken. Das eigentliche Ziel muss sein, dass man volle Kontrolle über seinen kleinen Freund gewinnt. Und das geht so:

Selbsthilfe!

Als erstes üben Sie eine Zeitlang beim Onanieren, Ihren Erguss so lang wie möglich hinauszuzögern. Stimulieren Sie den ganzen Penis und nicht nur einen Teil davon. Benutzen Sie keine Vorlagen wie Pornos, denken Sie auch nicht an Hintern oder Gruppensex oder sowas, sondern konzentrieren Sie sich ganz auf die Empfindungen in Schwanz und Unterleib. Lernen Sie zu erkennen, wann Sie auf den "unumkehrbaren Moment" zusteuern. Das ist der Moment, wo Ihr Sperma sich unaufhaltsam seinen Weg bahnt, egal ob grade Ihre Wohnung brennt oder Mutti reinschaut. Lernen Sie, kurz davor mit der Bewegung aufzuhören bzw. langsamer zu werden.

Ziel ist, mindestens eine Viertelstunde durchzuhalten (wobei Sie nicht an einem Tag so lang onanieren sollen, bis es echt lang dauert, sondern nur ein- bis zweimal täglich üben, aber dafür möglichst jeden Tag!).

Klappt zuverlässig? Es folgt Übung zwei: Da ist ein großer Muskel zwischen Ihren Beinen, der verläuft vom Penisansatz bis zum Hintern. Den brauchen Sie zum Beispiel, um Ihren Urinstrahl zu unterbrechen. Jetzt kommt´s: Achten Sie beim Onanieren drauf, wie sich dieser Muskel verhält. Bei den meisten Leuten ist er umso angespannter, je erregter man ist, am stärksten also direkt vorm Kommen. Sprich: Versuchen Sie bewusst, ihn locker zu lassen. Manchmal hilft es auch, sich vorzustellen, dass man ihn nach unten drückt bzw. fallen lässt.

Zusätzlich entspannen können Sie ihn, indem Sie tief und langsam in den Unterleib atmen - also so, dass der Bauch nach vorn und nach unten wölbt. Die meisten atmen mit steigender Erregung nämlich schnell und flach in den Oberkörper. Aber falls Sie das zu sehr verwirrt, lassen Sie es erst mal.

Trainieren Sie, durch Muskelentspannung auf 15-20 min zu kommen, ohne die Reibung zu unterbrechen. Sobald Sie das beherrschen, üben Sie nochmal das Gleiche, aber mit Gleithilfe und beiden Händen, als ob es die Scheide oder der Mund einer Frau wären.

Zweier-Übung

Sex mit einer Frau ist meist noch was ganz anderes als der mit sich allein. Eben heißer. Trauen Sie sich ruhig, Ihre Freundin zu fragen, ob sie Ihnen dabei hilft, ein Ejakulations-Meister zu werden. Das ist viel besser, als sie ständig mit Schnellschüssen zu bombardieren. Sie wird sich freuen, dass Sie was dagegen unternehmen.

Im Prinzip machen Sie beide das Gleiche wie im Kapitel "Selbsthilfe", nur dass sie Sie stimuliert. Zeigen Sie ihr, was sie da alles machen kann. Halten Sie sich an die Gebrauchsanleitung oben. Konzentrieren Sie sich nicht aufs Kommen, sondern auf Ihre Empfindungen! Und sagen Sie ihr, wann Sie sich dem unumkehrbaren Moment nähern, damit sie pausiert oder was anderes macht. Sie kann auch einen der Griffe aus "Drücken und Ziehen" anwenden.

Können Sie mit dieser Übung eine Viertelstunde durchhalten, dann versuchen Sie das Ganze mal beim Beischlaf. Sehen Sie auch zu, dass Ihr Hintern nicht angespannt ist (fördert den Orgasmus-Reflex!). Übrigens ist die Reibung ihrer Scheide nicht so stark, wenn sie weich und feucht ist. Also geben Sie ihr ein gutes Vorspiel!

Wollen Sie dann kommen, machen Sie alles umgekehrt: Muskel und Hintern anspannen, was Scharfes denken und tüchtig stoßen!

Komplette Erguss-Kontrolle erfordert monatelanges Training, aber es lohnt sich. Irgendwann machen Sie´s so automatisch, dass Sie den Sex endlich mal voll genießen können, statt dauernd zu denken, "bitte jetzt noch nicht!!!" Und Sie können sich viel besser Ihrer Süßen widmen. Sie wird Sie dafür lieben!

Gutes Üben wünscht

Beatrice Poschenrieder

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