Empfehlen | Drucken | Kontakt14.02.2012 - 13:12 Uhr

Melanie braucht's richtig: Unser Sex ist für mich nicht gut, weil er so schnell kommt

Unser Sex ist für mich nicht gut, weil er so schnell kommt
Unser Sex ist für mich nicht gut, weil er so schnell kommt
Foto: Maren Beßler | pixelio.de

Hallo Beatrice!

Ich bin seit 9 Monaten mit meinem Freund zusammen. Es ist sehr harmonisch, ich könnte mir vorstellen, dass er der Richtige ist. Alles passt wunderbar. Das einzigste, was mir etwas Sorgen macht, ist das Thema Sex. Ich selbst habe schon viel Erfahrung und bin über die Zeit sehr offen für dieses Thema geworden (bin 27 Jahre, er 25 Jahre). Ich konnte für mich entdecken, dass ich auf sehr leidenschaftlichen, wilden Sex stehe, und gerne ausprobiere. Er, so habe ich schnell gemerkt, steht da noch bei vielem am Anfang. Er tut sich auch eher schwer, über Sex und alles, was dazugehört, zu reden. Ich äußere daher nur kleine Wünsche und Vorstellungen, um ihn nicht zu verunsichern oder das Gefühl zu geben, er bringt es nicht. Er sagt dazu dann meist nicht viel, außer mal: Gut zu wissen" oder sowas, aber alles in allem merke ich, dass auch er langsam offener und probierfreudiger wird und mehr los lassen kann. Daher denke ich, dass das schon wird. 

Bevor ich noch nicht gemerkt habe dass ich bei ihm sehr vorsichtig mit meinen Äußerungen sein muss, kam schnell mal die Frage:"Bin ich dir zu langweilig?!" Wie auch immer, das eigentliche Problem ist nur, dass er nicht lange stand hält, vielleicht 2-5 Minuten lang geht der eigentliche Akt, dann kommt er. Ich bin nie fertig, was mich langsam aber sicher frustet. Wenn ich dann sage: Ich bin noch nicht so weit, befriedigt er mich meist oral, was ja toll ist, aber ich will so gern mal wieder länger Sex haben. 

Er weiß, dass er nicht so lange kann, sagt aber, das ist halt so bei Männern, punkt. Ich denke, für ihn ist es nur wichtig, dass ich überhaupt komm. Ich merke, wie ich dann manchmal auch sauer werde und mir denk, warum informiert er sich nicht mal, was für Möglichkeiten es gibt, dass er länger kann. Dazu kommt, dass ich nun auch anfange, mich beim Sex gedanklich drauf einzustellen, "jetzt kommt er bestimmt gleich". Das macht meine Lust dann kaputt und ich werd nicht feucht.

Drum will ich ihn auch vor dem Akt so wenig wie möglich stimulieren, weil ich Angst habe, dass der Sex dann noch schneller vorbei ist. Was total doof ist, weil ich so meine Erfahrung und Probierfreude nicht einbringen kann (was ich ja sonst so gerne mache!). Es ist alles in allem einfach zu wenig Zeit da, um ausgelassen zusammen zu probieren und noch mehr Leidenschaft  zu entwickeln und natürlich, dass ich durch den Akt endlich mal wieder einen Orgasmus bekomm. Ich habe mich nun daher im Internet über verschiedene Möglichkeiten informiert, zB wie er den PC-Muskel trainieren kann, um länger zu können, oder dass er erstmal kommen muss, und wir dann, wenn er wieder kann, zusammen Sex haben und es dann länger dauert. Ich möchte das nun mit ihm besprechen, dass er sich doch mal informieren soll und ich da schon ein paar Seiten gefunden habe. Ein paar mal war ich schon kurz davor, mit ihm drüber zu sprechen, aber ich hab Angst, ich setze ihn damit unter Druck und er fühlt sich als Versager und der Sex wird dann noch richtig verklemmt. Wie bringe ich ihm das am besten bei??? So kann es jedenfalls nicht weiter gehen. Ich liebe ihn sehr, aber wenn ich mir vorstelle, dass ich mein restliches Leben nur noch so schnelle Nummern hab, werd ich echt deprimiert. Bitte hilf mir

Melanie (27)

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Liebe Melanie,

ich verstehe deine Kümmernisse gut und ich finde, du kannst ruhig zu der Überzeugzung kommen, dass du ihn drauf ansprechen darfst und dass du auch dahingehende Wünsche äußern darfst.

Du schreibst:

„Ein paar mal war ich schon kurz davor, mit ihm drüber zu sprechen, aber ich hab Angst, ich setze ihn damit unter Druck und er fühlt sich als Versager und der Sex wird dann noch richtig verklemmt.“

Nun ja: du hast die Wahl, entweder dieses Risiko einzugehen, oder es zu lassen und mit ihm nie richtig guten Sex zu haben und ihn in absehbarer Zeit genau deswegen zu betrügen oder zu verlassen. Hingegen das Risiko, dass er wirklich so reagiert, wie du befürchtest, ist nicht sehr hoch.

Also was ist dann logischerweise die bessere Wahl?

Mein Vorschlag wäre, dass du ihm deine Gedanken und Kümmernisse nicht direkt sagst, sondern ihm schreibst, und zwar so, dass er es nicht in deiner Gegenwart liest. So hat er ein wenig Zeit, den ersten Schreck zu verdauen und sich erst mal mit der Anforderung, länger durchzuhalten, vertraut zu machen.

Nimm am besten das, was du mir geschrieben hast, und mildere es ein wenig ab. Aber es muss auch deutlich werden, dass für dich der bisherige Sex nicht sehr befriedigend ist und dass es sowohl für dich als auch für ihn selbst viel besser werden könnte, wenn er an seiner Ergussverzögerung arbeitet.

Trau dich ruhig auch, ihm die entsprechenden Links zu senden.

Liebe Grüße

Beatrice Poschenrieder

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