Olympia 2012
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Zwei Zentimeter zu kurz: Bayer springt hauchdünn am Treppchen vorbei

Bayer fliegt auf 8,10 Meter. Zwei Zentimeter weiter und er hätte Bronze gewonnen.
Bayer fliegt auf 8,10 Meter. Zwei Zentimeter weiter und er hätte Bronze gewonnen.
Foto: dapd
London –  

Sebastian Bayer schaute mit versteinerter Miene durch das tobende Olympiastadion und verstand die Welt nicht mehr. Die Winzigkeit von zwei Zentimetern fehlten dem Europameister aus Hamburg zur Bronzemedaille.

Während die englischen Fans den Olympiasieg ihres Landsmanns Greg Rutherford (8,31 m) feierten, blieb für Bayer mit 8,10 m nur der fünfte Platz. Silber gewann Mitchell Watt aus Australien (8,16 m) vor Will Claye (8,12 m/USA). Auch der Schwede Michel Torneus (8,11 m) war noch besser als Bayer. In einem sehr ausgeglichenem Wettkampf auf mäßigem Niveau hatte sich Bayer mit 7,96 m als Sechster in den Final-Endkampf der letzten Acht gequält.

Dort steigerte er sich auf 8,10 m und lag damit zwischenzeitlich sogar auf dem Silberrang. Doch dann schlug die Konkurrenz zurück. Hallen-Europarekordler Bayer (8,71) hätte mit Edelmetall bei Olympia endlich wahr machen können, was er vor drei Jahren nach seinem sensationellen Flug versprochen hatte. „Das wird keine Eintagsfliege bleiben“, sagte er damals nach einer Weite, die unter dem Hallendach zuvor nur Leichtathletik-Legende Carl Lewis (USA) mit 8,79 m überboten hatte.

Seit dem Rekordsprung hemmten immer wieder gesundheitliche Probleme seine Entwicklung. Entweder zwickte bei dem Freund von Hürden-Ass Carolin Nytra (Mannheim) die Leiste, oder aber der lädierte Sprungfuß ließ keine großen Weiten zu. In London wäre es fast vorbei gewesen, bevor es richtig begonnen hatte. Nach der auch vom Winde verwehten und enttäuschenden Qualifikation hatte Bayer versprochen, dass er „alles auf Null setzen und angreifen“ werde. Bayer war wie Christian Reif nur auf 7,92 m gekommen, aber als Zwölfter gerade noch so in den Final-Vorkampf gekommen.

Dagegen verpasste Reif auf Rang 13 sein großes Ziel und war entsprechend bedient. „Das war nicht das, was ich mir vorgenommen hatte. Das hat auch nichts mit Glück oder Pech zu tun“, sagte Reif. Vor dem Wettkampf hatte er noch erklärt: „Edelmetall ist ganz klar das Ziel, alles andere wäre tiefgestapelt.“ Als 23. blieb der Leverkusener Alyn Camara mit 7,72 m auf der Strecke.

Enttäuscht: Nadine Müller.
Enttäuscht: Nadine Müller.
Foto: dpa

Keine Medaille für WM- und EM-Zweite Müller

„Silber-Lady“ Nadine Müller ist ausgerechnet im olympischen Diskuswurf-Finale ohne die erhoffte Medaille geblieben. Die WM- und EM-Zweite aus Halle an der Saale schleuderte in London die ein Kilogramm schwere Scheibe nur auf 65,94 m und erreichte damit Rang fünf.

Vor den Augen von Prinz William und seiner Frau Kate sowie weiteren knapp 80.000 Zuschauern bekam sie ihre Nerven nicht in den Griff. „Ich habe versucht, eine Schippe draufzulegen. Das hat leider nicht geklappt, ich bin aber trotzdem mit dem Wettkampf zufrieden“, sagte Müller. Gold gewann Europameisterin Sandra Perkovic mit dem Landesrekord von 69,11 m - die ehemalige Dopingsünderin ist damit die erste Leichtathletik-Olympiasiegerin aus Kroatien.

Silber sicherte sich die Jahres-Weltbeste Darja Pischtschalnikowa aus Russland (67,56 m), bis April 2011 ebenfalls wegen Dopings gesperrt. Bronze ging an Weltmeisterin Li Yanfeng aus China (67,22) m. Junioren-Weltmeisterin Anna Rüh aus Neubrandenburg belegte mit 61,36 m Rang 10.

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