Die Ankunft des olympischen Feuers in London konnte kaum spektakulärer sein: Genau eine Woche vor dem Startschuss der Olympischen Spiele wurde die Fackel mit einem Hubschrauber in die englische Metropole geflogen. Über dem weltbekannten Londoner Tower seilte sich ein Soldat der königlichen Marine aus dem Helikopter ab und brachte das Feuer in den Kerker des Towers, in dem auch die britischen Kronjuwelen aufbewahrt werden.
Einen ganz anderen Höhepunkt erreichte die fast 13.000 Kilometer lange Reise des Feuers aber im kleinen Städtchen Sevenoaks außerhalb von London. Als die Zuschauer am Straßenrand gespannt auf die Ankunft des Fackelträgers warteten, sorgte ein britischer „Bobby“, so werden die Polizisten auf der Insel liebevoll genannt, für anspruchsvolle Pausenunterhaltung.
Der Beamte schwang sich von seinem Motorrad und fing an im Stile eines Breakdancers über den Asphalt zu wirbeln. Nun gut, ganz so flüssig waren seine Bewegungen nicht, aber das Publikum wusste den Einsatz zu schätzen.
Mit dem Ankommen des olympischen Feuers in London sind nun die Spekulationen über den Schlussläufer des Fackellaufes ins Kraut geschossen. Die Buchmacher haben inzwischen die Wetten darauf geschlossen, wer am 27. Juli die Feuerschüssel im Olympiastadion von Stratford entzünden wird.
„Es ist anzunehmen, dass eine Reihe von Leuten bescheid wissen“, sagte ein Sprecher von William Hill, einem der größten Buchmacher Großbritanniens. „Deshalb nehmen wir keine Wetten mehr an.“
Bei den Buchmachern war bisher der britische Ruderer und fünfmalige Olympiasieger Sir Steve Redgrave der Favorit. Der hat aber schon abgewunken. Er sei nicht gefragt worden, sagte er. Außerdem hat er die Fackel bereits im Laufe des insgesamt 70 Tage langen Staffellaufes getragen und über die Themse gerudert. Hinter Redgrave gingen die meisten Wetten der Briten auf Daley Thompson ein, bei Olympia zweimal als Zehnkampf-Sieger „König der Athleten“.
In britischen Medien wurde dagegen spekuliert, dass das Feuer eher von einer Gruppe von Menschen als von einem Einzelnen entzündet werden könnte. Der Chef de Mission des britischen Olympia-Teams, Andy Hunt, heizte die Spekulationen am Samstag zusätzlich an, durfte aber keine konkreten Namen nennen. „Das wird Wow-Moment sein“, sagte er.
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