Olympia 2012
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Schwere Vorwürfe: Fechterin Duplitzer rechnet mit IOC ab

Die Bonner Fechterin Imke Duplitzer greift DOSB und IOC scharf an.
Die Bonner Fechterin Imke Duplitzer greift DOSB und IOC scharf an.
Köln –  

Degen-Fechterin Imke Duplitzer hat kurz vor Beginn der Olympischen Spiele zum Rundumschlag ausgeholt.

Die Team-Silbermedaillengewinnerin von Athen 2004 wetterte in der Bild gegen den Deutschen Olympischen Sportbund DOSB: „Wenn ich mich mit Doktor Michael Vesper (Generaldirektor des DOSB, d. Red.) unterhalte oder wenn ich von weitem mal Präsident Thomas Bach sehe - ich glaube, die raffen das gar nicht mehr“, so Duplitzer.

In einer ersten Reaktion auf die massiven Vorwürfe erklärte Christian Klaue, Pressesprecher des DOSB: „Es gibt von uns keinerlei Kommentar. Dieses Interview spricht für sich.“ Hinsichtlich möglicher Konsequenzen für Duplitzer, die in London vor ihrem fünften Olympia steht, sagt Klaue: „Ich denke eher nicht, dass sie deswegen aus der Mannschaft ausgeschlossen wird.“

Duplitzer meinte in ihrer Funktionärsschelte: „Das, was die erzählen, zählt für 0,5 Prozent der 392 deutschen Olympia-Sportler. Die Funktionäre wissen gar nicht mehr, was in der Sporthalle los ist.“

Die 36 Jahre alte zweimalige Europameisterin aus Bonn weiter: „Die Leistungen brechen immer weiter ein. Es liegt auch daran, weil das System völlig daneben ist. Wir werden nach Olympia ein großes Nachwuchs-Problem haben. Uns laufen die Trainer weg, weil sie in anderen Ländern viel, viel mehr verdienen und bessere Rahmenbedingungen finden.“

Duplitzer zum Thema Doping: „Wenn du ein bisschen Geld für Medikamente, einen guten Arzt und einen laschen Verband hast, wirst du nie im Leben erwischt. Und: Die Doping-Jäger können nur auf das testen, was sie kennen.

Wenn du als Sportler ein Epo der fünften Generation nimmst, das irgendwo in China im Rattenlabor entwickelt wurde, kannst du das Zeug fressen, was das Zeug hält und wirst nicht positiv getestet. Nur die Dummen lassen sich erwischen.“

Die Fechterin wettert auch gegen das IOC-Verbot von TV-Werbung durch Athleten. „Ich finde das eine Unverschämtheit. Dem Athleten gegenüber ist das extrem unfair. Aber um den Athleten geht es schon lange nicht mehr. Olympische Spiele sind eine Verkaufsshow mit angeschlossener Rummelbude. Das IOC macht sich die Welt, wie es ihm gefällt.“

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