Österreich droht erstmals seit 48 Jahren ohne Medaille von Olympischen Sommerspielen heimzukehren.
„Das größte Olympia-Desaster ist offiziell“, titelte die Boulevardzeitung "Österreich" schon am Freitag vorausahnend, nachdem Yvonne Schuring und Viktoria Schwarz als Fünfte im Kajak-Zweier die Medaillenränge verpasst hatten.
1964 in Tokio war das österreichische Team letztmals leer ausgegangen. Zwar werden am Wochenende beim Marathonlauf der Männer, dem Modernen Fünfkampf, der Rhythmischen Sportgymnastik und den Mountainbike-Rennen noch Österreicher an den Start gehen, reelle Medaillenchancen besitzen sie allerdings nicht.
„Olympia: Es ist vorbei“, schrieb die Tageszeitung "Die Presse". Die "Salzburger Nachrichten" machten „eine fehlende Siegermentalität“ für das magere Abschneiden verantwortlich. Auch Österreichs unzufriedener Sportminister Norbert Darabos kritisierte seine Athleten. Nach London zu reisen, um nur „die einmalige Atmosphäre zu genießen“, sei nicht genug. „Das Ziel muss sein, Medaillen zu gewinnen“, sagte Darabos dem "Kurier". Zwei Tage vor dem Ende der Spiele in London kündigte er Reformen im Bereich der nationalen Sportförderung an.
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