Die coolen Beachvolleyballer Julius Brink und Jonas Reckermann kamen gar nicht erst vorbei. Sie wollten ihr Gold lieber in einem Club im Herzen der Stadt feiern – so richtig also mit lauter Musik, vielen Leuten und prächtiger Stimmung.
Die gibt es im Deutschen Haus im angemieteten Museum of London Docklands leider nicht. Wenn die Medaillengewinner nach ihrem Wettkampf spät abends dort erscheinen, sind oft nur noch knapp 80 Menschen dort. Keine Musik, keine Party.
Das ist im Holland-Haus gänzlich anders. Dort werden die Medaillengewinner im eigens angemieteten Alexanders Palace vor über 6.000 Fans gefeiert. Von einer Orgel schreiten die Oranje-Helden eine 15 Meter Lange Stahltreppe hinunter und dürfen dann auf einem Steg praktisch in der Menge baden wie Rockstars. Bierbecher fliegen, es wird getanzt, gesungen, eben kräftig gefeiert wie sich das gehört.
Im Deutschen Haus regiert dagegen die Tristesse. Die Sponsoren und Funktionäre setzen auf ein anderes Konzept. Ungefähr 400 Euro soll die Eintrittskarte pro Abend kosten, inklusive bester Verköstigung. Nur für die Sportler ist dieses Ambiente so gar nichts. Deshalb verlagerten sie ihre Partys meistens ab 23 Uhr in die umliegenden Diskotheken.
Im Vorfeld der Planungen gab es natürlich heftige Diskussionen, denn die Athleten hatten mit der Sporthilfe angedacht, für bessere Stimmung zu sorgen. Angeblich war man sich sogar einig mit zahlreichen Bands, die live spielen sollten, darunter etwa die Toten Hosen. Da hätte das Deutsche Haus bei ihrer Sommer-Hymne „An Tagen wie diesen“ gerockt. Doch der DOSB lehnte ab und setzte sein Konzept durch.
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