Wellness-Tag, Playstation-Verbot und eine Oranje-Show als Abendprogramm - mit der bewährten goldenen Mischung programmiert Bundestrainer Markus Weise die deutschen Hockey-Herren auf den zweiten Olympiasieg nacheinander.
Der „Goldschmied“ setzt vor dem Klassiker gegen die Niederlande am Samstag (21.00) im Endspiel in London ganz auf die Psycho-Karte. „Dieses Spiel wird im Kopf entschieden.“ Angst vor Holland? „Auf gar keinen Fall“, sagte Weise. Der Coach gönnte seinen Spielern nach dem 4:2 im Halbfinale gegen Australien einen freien Abend.
Weise selbst saß wenige Stunden später schon wieder auf der Tribüne der Riverbank Arena und sah zu, wie die Holländer die Briten beim 9:2 in die Einzelteile zerlegten. Weise sah nicht das gesamte Spiel. Bereits nach dem 7:1 machte sich der Bundestrainer auf den Weg zurück ins olympische Dorf. „Ich habe genug gesehen“, sagte er mit einem siegessicheren Lächeln.
Dabei gäbe es für die deutschen Herren auf den ersten Blick keinen Grund, siegessicher zu sein. In der Vorrunde unterlagen auch die Deutschen dem Vize-Europameister (1:3).
Doch Weise ist ein Taktik-Fuchs. Er hat immer noch ein Ass im Ärmel. So wie 2004 in Athen, als er mit dem deutschen Damenteam im Gruppenspiel gegen die Niederlande chancenlos war, 1:4 verlor und später dieselben Holländerinnen im Finale sensationell mit 2:1 besiegte.
„Ob der Erfolg verdient war oder nicht, darüber spricht später kein Mensch mehr. Wir sind Olympiasieger, da zählt“, sagte er einmal. 2008 besiegte er mit dem Herrenteam im Finale Spanien.
Nie zuvor gab es einen Trainer, der mit Hockeydamen und herren Gold geholt hatte. Nur Weise gelang dies. „Meine Jungs spielen mit Lunge und Beinen, ich mit meinem Mundwerk“, sagte er nach dem Halbfinale.
Auch im Finale wird er wieder am Spielfeldrand schreien, damit die Spieler die richtigen Entscheidungen gegen Holand treffen. Dabei setzt Weise auf fünf Kölner: Torwart Max Weinhold, Christopher und Philipp Zeller sowie Timo und Benjamin Wess.
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