Vor den Spielen hatte Degenfechterin Imke Duplitzer den höchsten deutschen Olympia-Funktionär Thomas Bach (58, DOSB-Präsident, IOC-Vizepräsident) als Ahnungslosen hingestellt („Rafft nichts!“).
Jetzt sticht der ehemalige Weltklassefechter (Team-Olympiasieger 1976) zurück. Mega-Zoff im deutschen Team.
Man kann mit dem Abschneiden der Fechter nicht zufrieden sein. Nach den Olympischen Spielen muss die Leistungssportförderung auf den Prüfstand kommen. Man muss auch genau hinschauen, wo der Nachwuchs ist, denn im Fechten wird ein großer Generationenwechsel stattfinden“, sagte Bach zuletzt.
Und die Funktionäre fordern nun laut Fechterin Monika Sozanska einen Leistungsnachweis. „Die fanden unser Abschneiden zu schwach, meinen, es lag an mangelnder Fitness. Wir sollen jetzt wohl einen Test machen. Ich finde das unfair, denn jeder von uns hat sich hier den A… aufgerissen.“
Britta Heidemann holte Silber, die Florett-Herren waren denkbar knapp am Finale gescheitert, holten Bronze. In Peking gab es noch zwei Goldene, auch diesmal waren die Fechter nah dran am ganz großen Erfolg. Dennoch kündigte Fecht-Präsident Gordon Rapp an, in Sachen Athletik und geistiger Fitness eine Analyse vornehmen zu lassen. Die Funktionäre um Bach gegen die Fechter!
Sozanska sauer: „Bach sollte es eigentlich besser wissen, denn er war ja auch mal Fechter. Unser Sport ist abhängig von vielen Kleinigkeiten wie Psychologie und auch Glück. Es jetzt an mangelnder Fitness fest zu machen, macht mich wütend, denn Herr Bach weiß ja gar nicht, was wir im Vorfeld alles trainiert haben. Er war nicht einmal beim Training dabei.“
Oder ist es nur Bachs Rache für Duplitzers klare Worte vor den Spielen? Sozanska: „Dass weiß ich nicht, ich weiß nur, dass Imke mit ihrer Kritik in einigen Punkten Recht hatte. Uns werden die guten Trainer abgeworben, die verdienen in Singapur mehr Geld. Der Nachwuchs fehlt hier auch. Da muss etwas passieren in Zukunft, denn momentan sind nur noch die härtesten Idealisten beim Fechten aktiv.“
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