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Zahl der Überfälle gestiegen : Wer schützt uns vor den Einbrecher-Horden?

Viele Einbrüche passieren in der Dunkelheit – in immerhin 61 000 Fällen kamen die dreisten Diebe sogar am Tag.

Viele Einbrüche passieren in der Dunkelheit – in immerhin 61 000 Fällen kamen die dreisten Diebe sogar am Tag.

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dpa

Berlin -

Sie schlagen zu, immer öfter und brutaler: Alle vier Minuten greifen Einbrecher in Deutschland zum Stemmeisen. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik hervor, die am Mittwoch vorgestellt wird. Wir geben Tipps, wie Sie Ihre Wohnung sicherer machen können.

Ein malerisches Haus in Plön bei Lübeck. Weiße Pforte, Garten, Reetdach – eine feine Wohngegend. Was am Donnerstag hinter der Fassade geschah, kann nur Gisela L. wissen – doch die 78-jährige Bankierswitwe ist tot.

Eine Freundin entdeckte ihre Leiche in einem Raum des Hauses, übersät mit Messerstichen. „Der Notarzt konnte nur den Tod der Frau feststellen“, so Polizeisprecher Matthias Arends.

Warum Gisela L. sterben musste, ist unklar. Wahrscheinlich ist laut Staatsanwaltschaft, dass sie Einbrecher überraschte, die ihre Wohnung plünderten. Und das Traumhaus zum Todeshaus machten.

Immer häufiger werden Menschen in Deutschland zu Opfern eines Einbruches. Das besagt die aktuelle Kriminalstatistik. Im vergangenen Jahr gab es 144.117 Einbrüche – im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 8,7 Prozent. Auch die Zahl der Raubüberfälle in Wohnungen stieg - mit 3025 Fällen um 3,9 Prozent. „Die neuesten Zahlen sind alarmierend. Die Kosten für die Einbruchschäden haben mit rund 470 Millionen Euro einen neuen Rekord erreicht“, sagte Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der Deutschen Versicherungswirtschaft, der „Welt am Sonntag“.

Laut Statistik bleiben die Täter meist unerkannt, die Anzahl der aufgeklärten Taten sinkt. André Schulz, Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter: „Die Täter gehen weiterhin glücklichen Zeiten entgegen.“

Opferschützer rufen zu mehr Vorbeugung auf. „Die psychischen Folgen von Einbrüchen werden total unterschätzt“, sagte Veit Schiemann, Sprecher der Opferschutzorganisation Weißer Ring. „Viele Bestohlene verlieren das Vertrauen in ihre Wohnung. Oft haben sie auch Angst, dass der Einbrecher wiederkommt.“

Der Berliner Jürgen Hubertus K. hat das am eigenen Leib erfahren. Diebe verschafften sich Zugang zu seiner Wohnung, klauten Schmuck und Elektrogeräte. „Das ist ein Gefühl der tiefsten Verunsicherung“, sagte er. „Man lebt danach immer in der Angst, es könnte jemand in der Wohnung sein, schaltet etwa schneller das Licht an.“

Das Problem: „Die Wohnungen in Deutschland sind nicht gut gesichert“, sagte Schiemann. Sein Vorwurf: „In Deutschland wird nicht mal ein Euro pro Bürger und Jahr für die Prävention von Kriminalität ausgegeben.“