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Express.de | YouTube-Video: Adler raubt Baby: Alles nur getürkt!
19. December 2012
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YouTube-Video: Adler raubt Baby: Alles nur getürkt!

Montreal -

Es klingt wie eine Fortsetzung von Hitchcocks „Die Vögel“: Ein idyllischer Park, eine spielende Familie, strahlend blauer Himmel.

Und plötzlich stürzt ein Adler auf ein wehrloses Kleinkind, hebt es in die Luft, will es zu seinem Horst tragen, um es dort zu reißen. Doch das Kind ist zu schwer, der Vogel lässt los, und ein Hobbyfilmer hat alles mitgeschnitten. Oder doch nicht?

Eine Minute dauert der YouTube-Clip, der die ganze Welt erregt. Binnen Stunden haben 1,5 Millionen Menschen das Video eines gewissen „MrNuclearCat“ gesehen und sich ungläubig die Augen gerieben.

Mit den messerscharfen Krallen packt der Steinadler das kleine Kind, reißt es einen Meter hoch und verliert es dann aus den Klauen. Der Filmer flucht laut, rennt zur Stelle des tierischen Überfalls. Das Kind schreit, ist aber unverletzt. Doch ist das alles wirklich passiert?

Adler-Video ist eine Fälschung

Dann die Auflösung des Rätsels: Das staatliche Zentrum für Animation und Design (NAD) in Montréal, das Ausbildungsgänge für derartige Trickfilm-Techniken anbietet, teilte am Nachmittag (Ortszeit) mit, das Video mit dem Adler sei von vier NAD-Studenten für eine Prüfung in dreidimensionaler Animationstechnik erstellt wurden.

Urheber sind demnach die Video-Techniker Normand Archambault, Loïc Mireault, Antoine Seigle und Félix Marquis-Poulin. Sie hätten „das Kind und den Adler in 3D-Animation kreiert“ und in eine „reale Szene integriert“, hieß es.

Vor einem Jahr war von der NAD ein anderes Video in die Welt gesetzt worden, das in kleinerem Maßstab für Debatten über die Echtheit sorgte. Auf dem damaligen Video war ein Pinguin zu sehen, der durch Montréal watschelte.

Schon zuvor hatten aufmerksame Internet-Beobachter davor gewarnt, das Video für echt zu halten. Dieses „unglaubliche Video“ aus Québec „riecht nach Fälschung“, twitterte der Journalist und Netz-Kenner Alexandre Hervaud. In anderen Kommentaren wurde auf den Schatten des Adlers hingewiesen, der im Film allzu plötzlich auftauche.