Gogo-Tanzen ist der neue Freizeit-Trend. Raus aus der Schmuddelecke, rein in Spaß, Fitness, Auspowern. Ich habe einen Kurs der „Gogoakademy“ getestet.
Aufgeregt steht eine Frauen-Gruppe in der Ecke des Kölner ACR-Fitnesscenter. Schüchtern trudeln immer mehr ein. „Gogokurs?“ hört man es immer wieder leise fragen. Soll ja keiner mitbekommen was wir hier machen.
‚Warum bist du hier‘, will ich von Nadine Schroeders wissen: „Ich habe Gogos in Discos immer bewundert. Erst war ich unsicher, aber jetzt will ich es unbedingt ausprobieren.“
Andere möchten wie Lisa Kostyuk später mal als Gogo arbeiten. Zu unserem Erstaunen sind auch zwei Männer eingetroffen. Und los geht‘s: Lehrerin, Shana beginnt ohne Zögern mit den Aufwärmübungen. Die sind wichtig um nachher die Arme gut bewegen zu können.
Wichtig beim Gogo: Haltung (Brust raus), Spannung im ganzen Körper, Ausstrahlung und das Outfit. Das Tanzen steht übrigens erst an fünfter Stelle.
Hört sich eigentlich ganz leicht an. Dachten wir. Aber nach den ersten Grundschritten sieht die Welt schon anders aus. Ein Schritt vor, einer zurück und dann noch die Spannung in den Armen halten - wow, ist das schwer.
Aber was ist eigentlich, wenn mal kein Takt da ist? Posen! „Oh ja. Germany’s next Topmodel“, albert Anélique. „Ihr seid nicht albern. Fühlt euch immer sexy“, rät uns Lana Müller. Sie tanzt schon professionell als Gogo und ist bloß aus Spaß dabei.
Bei der Kostümanprobe kommen vor allem die Herren auf ihre Kosten - und zeigen den Mädels wo der Mode-Hammer hängt. Die Angst vorm Zur-Schau-Stellen nimmt Shana. „Man muss nicht dünn sein, um Gogo zu werden. Das Outfit muss der Figur nur schmeicheln.“
Und es sollte vorher getestet sein: Shana verrutschte während eines Auftritts vor einiger Zeit der ins Kostüm eingebaute BH. „Ich habe dann eine halbe Stunde mit vier Brüsten getanzt“, lacht sie.
Sicher ist: Gogo-Tanzen ist harte Arbeit, etwas ganz anderes als „nur“ in der Disco zu tanzen. Vor allem aber, hat das Ganze nichts Schmuddeliges an sich. Und als wir die Halle verlassen, ist niemand mehr schüchtern. Was wir gemacht haben, fragt ein Außenstehender. „GogoDance“, rufen wir laut.
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