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Express.de | Weihnachten weltweit: Die kuriosesten Weihnachtsbräuche
19. November 2012
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Weihnachten weltweit: Die kuriosesten Weihnachtsbräuche

Sinterklaas und der Zwarte Piet kommen mit dem Dampfschiff in die Niederlanden.

Sinterklaas und der Zwarte Piet kommen mit dem Dampfschiff in die Niederlanden.

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dpa

Adventskalender, Weihnachtsbäume und Gänsebraten - für uns ganz normal. Aber wer ist der Zwarte Piet, warum brennen Strohböcke und wie verdaut ein Holzklotz? Kurios, wie der Rest der Welt Weihnachten feiert!

Der Nikolaus mit Bischofsstab, rotem Mantel und Bischofsmütze heißt in den Niederlanden Sinterklaas. Zusammen mit Knecht Ruprecht Zwarte Piet (Schwarzer Peter) verbringt er das ganze Jahr im warmen Spanien und startet Mitte November die Reise mit dem Dampfschiff gen Norden. Ihre Ankunft wird vor allem in den Küstenstädten ausgelassen gefeiert. Wie in Deutschland stecken Sinterklaas und Zwarte Piet jedem Kind etwas Süßes in den Stiefel.

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Die Schweden feiern einen Ziegenbock. Ursprünglich stand der Julbock für reiche Ernten, heute hängt er als Strohschmuck an heimischen Weihnachtsbäumen und als Strohfigur an öffentlichen Plätzen. Der 13 Meter hohe Julbock auf dem Schlossplatz in Gävle steht nicht nur im Guinnes-Buch der Rekorde, sondern leider auch immer wieder in Flammen. Selbst Touristen beteiligen sich wohl an den Brandanschlägen. Britische Buchmacher wetten jährlich, ob der Strohbock bis Neujahr überlebt.

In Island bringen die „13 Weihnachtszwerge von den Bergen” seit Jahrhunderten die Geschenke. Ursprünglich waren die Weihnachtszwerge freche Trolle, die sich unter dem christlichen Einfluss in kleine Weihnachtsmänner verwandelten. Vom 12. bis zum 24. Dezember kommt jeden Tag ein anderer Zwerg, der bis Weihnachten bleibt. Ab dem 25. Dezember reisen die Zwerge in der gleichen Reihenfolge wieder ab. Der isländische Adventskalender hat daher auch nur 13 Seiten.

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Im übrigen Skandinavien sind die Gabenbringer höchst bestechlich. Wenn die „Julnissen”, die Helfer des „Julmanns”, keine Grütze am Fenster finden, machen die Weihnachtswichte aus Norwegen Ärger. Die Kobolde in Finnland fordern einen Teller Reisbrei und ein Glas Bier, bevor die Familie mit dem Essen beginnt. Die Dänen essen ihren Reisbrei auch selber. Wer die darin versteckte Mandel erwischt, soll im nächsten Jahr Glück haben.

Am 13. Dezember, dem Tag des Luciafestes, beginnen die Ungarn einen Stuhl aus sieben verschiedenen Holzarten zu zimmern. Traditionell sollte der „Luca széke” (Luca-Stuhl) am 24. Dezember fertig sein, damit man in der Christmette darauf stehen und nach gehörnten Hexen Ausschau halten kann. Sobald eine Hexe entdeckt wird, nimmt man Stuhl und Beine in die Hand und rennt zurück nach Hause. Um die Verfolger abzuhängen, werden auf der Flucht Mohnsamen fallen gelassen, die die Hexen aufsammeln müssen. Zu Hause wirft man den Stuhl schnell ins Feuer und ist das ganze Jahr wieder sicher.

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Ein Baumstumpf, zwei Holzbeine, eine rote Mütze und ein lachendes Gesicht - fertig ist der spanische „Tió de Nadal”, zu deutsch Weihnachtsholzklotz. Bereits am 8. Dezember, dem Fest von Mariä Empfängnis, zieht er in die Häuser ein, wo er über eine vordere Öffnung mit Kürbissen, Äpfeln und Brot gefüttert wird. Abends wird „Tió” zugedeckt. Am 24. Dezember singen Kinder vor dem Holzklotz und regen mit Stockhieben seine Verdauung an. Aus einer hinteren Öffnung „kackt” der Klotz dann Süßigkeiten und Schokolade. Am Ende scheidet der Weihnachtsholzklotz nur noch Knoblauch und Zwiebeln aus.

In der südfranzösischen Provence wird während der Christmette, die „Pastrage”, eine Hirtenzeremonie aufgeführt. In groben Wollkleidern schreiten die Hirten der Umgebung zum Hauptaltar. In einem mit Kerzen geschmückten Leiterwagen befindet sich ein Lamm, das der Priester in den Arm nimmt, um der Gemeinde von den Strapazen seines Weges zu berichten. Im Anschluss wird es geweiht.

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Bis heute halten sich in Mexiko die Bräuche der Verehrung des Aztekengottes Huitzilopochtli. Die Feiern wurden allerdings zu Ehren von Maria und Josef umgedeutet. Die „Psadas”-Umzüge stellen ihre Suche nach einer Herberge dar. Neun Tage vor Weihnachten pilgern die Statuen von Maria, Josef und dem Engel in feierlicher Prozession von Familie zu Familie bis zur Dorfkirche. Jedem Prozessionsteilnehmer wird eine Tasse Kaffee und ein Stück Brot angeboten.

Familien, die die „Pilger” aufnehmen erhalten eine mit Süßigkeiten gefüllte Pappmaché- oder Tonfigur. Die sogenannten „piñata” werden dann bei der Christmette mit Stöcken zerschlagen.

Die Kolumbianer starten ihre Weihnachtsvorbereitungen am 16. Dezember. Tagsüber sucht die ganze Familie im Wald Moos für den Krippenbau, abends feiert man die „Novena de Aguinaldos” mit Gebeten und Musik. Um sich richtig auf Weihnachten vorzubereiten, wird dieser Brauch täglich wiederholt. Oft wird dazu auch ein Krippenspiel aufgeführt.

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Vorweihnachtszeit ist in Polen Fastenzeit. Wenn am 24. Dezember der erste Stern am Himmel zu sehen ist, beginnt das große Festmahl mit der Großfamilie. Die gastfreundlichen Polen stellen dabei auch immer einen Teller für einen unerwarteten Besucher hin - der aber nie kommt. Auf jedem Teller liegt eine „Oplatek”, von dem jeder als Symbol des Teilens jedem Familienmitglied etwas abgibt. Wer Weihnachten nicht dabei sein kann, bekommt seine „Oplatek” als Postkarte.

Am Heiligabend, in der Ukraine der sechste Januar, kommt die ganze Verwandtschaft zusammen. Um an Jesu Geburt im Stall zu erinnern und die Verbundenheit mit der Natur auszudrücken, wird unter der Tischdecke und auf dem Boden Heu verteilt. Den Ehrenplatz erhält Diduch, der Ahnherr der Slawen, in Form einer Weizengarbe, der eine Schüssel „Kutia” (mit Mohn und Honig angereicherter Buchweizen) und einen Krug „Usvar” (Getränk aus zwölf verschiedenen Früchten) serviert bekommt. Da in Diduch die verstorbenen Familienmitglieder wohnen, bleibt die Weizengarbe während der ganzen Weihnachtszeit zu Hause.

Noch keine Tradition, aber sehr kurios ist eine Meldung aus England. Um unerwünschten Schwangerschaften während der feucht-fröhlichen Feiertage vorzubeugen, erhielten die Britinnen im vergangenen Jahr die „Pille danach” gratis. Einzige Voraussetzung war eine 15-minütige Telefonberatung. Nach den Feiern und geschlossenen Apotheken an den Feiertagen war der Bedarf erheblich gestiegen. (netdoktor.de)

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