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Von Wulff bis Steinbrück: Schauen Sie mal, wer alles sitzengeblieben ist …

Hannover -

Sechs, Sitzenbleiben! Die Angst vor den Zeugnissen könnte für unsere Schüler schon bald der Vergangenheit angehören. Geht es nach der niedersächsischen Landesregierung soll keiner mehr gezwungen werden, eine Klasse zu wiederholen. Die neu gewählte rot-grüne Koalition will das Sitzenbleiben endgültig abschaffen. Ganz Deutschland streitet über den Sinn der Ehrenrunde. Doch was bringt sie wirklich?

Altmodisch pädagogischer Unfug oder doch ein heilsamer Schuss vor den Bug: 57.490 Schüler (2,1 Prozent) in NRW ereilt jeden Sommer das gleiche Schicksal. Sie werden nicht ins nächste Schuljahr versetzt. Eine teure Angelegenheit: Insgesamt knapp eine Milliarde Euro für Klassenwiederholungen geben alle Bundesländer zusammen laut einer Studie Bertelsmann-Stiftung jährlich aus.

Die Forschung sehe aber höchstens im ersten Wiederholerjahr eine Verbesserung der schulischen Leistungen. Bereits im nächsten Schuljahr, in dem die Anforderungen dann neu und höher seien, würden die Leistungen wieder sinken.

Einige Bundesländer haben deshalb das Sitzenbleiben schon teilweise abgeschafft. In Hamburg, ist die Versetzung erst ab der 10. Klasse gefährdet, in Berlin kann man nur noch an Gymnasien ein Jahr wiederholen. Und auch in NRW gibt es schon keine Ehrenrunden an Gesamtschulen mehr.

Der Deutsche Lehrerverband ist davon überzeugt, dass „ein beachtlicher Anteil von Schülern brauche „das Risiko des Scheiterns brauchen.“ Die Pädagogenorganisation warnt eindringlich vor Gleichmacherei. Es sei kein Zufall, „dass die Länder mit den liberalsten Noten und Bedingungen bei den Pisa-Studien am Ende der Skala liegen“.