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Volksmusik-Star : Stefanie Hertel: Von Dirndl-Trägerin zur Rockerbraut

Stefanie Hertel mit Reporter Horst Stellmacher beim Glas Wein

Stefanie Hertel mit Reporter Horst Stellmacher beim Glas Wein

Stefanie Hertel (33), lange Zeit Vorzeige-Star der Holladrio-Welt, hat ihr Leben vollkommen auf den Kopf gestellt: Sie trennte sich von Trompeter Stefan Mross (37) und ist nun mit einem neuen Partner zusammen, hat ein neues Management (statt Volksmusik-Papst Hans R. Beierlein, 83) und das neue Image als sexy Rockerbraut im knallengen Dirndl (statt gepflegter Biederkeit).

Wie sich das anhört und anschaut, war am Samstagabend bei Carmen Nebel zu erleben. Warum es dazu kam, was sie davon hält und wie es bei ihr privat weitergehen soll, erzählt Stefanie im großen Interview.

Auf Ihrer CD präsentieren Sie sich als Rockerbraut im sexy Dirndl. Ist das nach der Trennung vom Ehemann Zeichen für neues Selbstbewusstsein?

Stefanie Hertel: Es sind neue Zeiten angebrochen, das spiegelt sich auch auf meinem neuen Album und in meinem Outfit wider. Ich hatte überlegt, wo es mit dem neuen Album nicht nur musikalisch, sondern auch optisch hingehen soll. Für mich steht zwar fest, dass ich bei meinen Wurzeln bleibe, denn ich liebe Volksmusik, aber ich liebe auch viele andere Arten der Musik. Und: Ich zeige mich sehr gern im Dirndl, es passt gut zu mir.

Sie haben nicht nur privat einen Schnitt vollzogen, sondern sich von Ihrem Team getrennt. War das Tabula rasa?

Das hört sich für mich zu aggressiv an. Ich habe mit meinem Team über 20 Jahre sehr erfolgreich zusammen gearbeitet. Aber wenn du so lange die gleiche Schiene fährst, kommt irgendwann der Punkt, an dem du meinst, es muss mal was Neues passieren. Ich hatte mich weiterentwickelt, bin ausgebrochen, aber das ging sehr friedlich über die Bühne. Jetzt führe ich in meinem Leben selbst Regie.

Seit 30 Jahren auf der Bühne. Dennoch werden Sie von einem großen Teil der Musikfans nicht richtig wahrgenommen. Hätten Sie lieber ein Popstar-Leben?

Es nervt mich, auf die Volksmusik-Schiene reduziert zu werden, aber tauschen würde ich nicht. Ich stehe mitten im Leben und kenne sehr wohl die Schwierigkeiten dieser Zeit, denen ich mich auch stelle. Ich stehe zur volkstümlichen und der Schlagermusik, doch die sind vielseitiger und frischer als ihr Ruf. Privat höre ich übrigens alles, was gut gemacht ist. Volksmusik, Schlager, Swing, Pop, Rock, und in bestimmten Situationen finde ich auch Heavy Metal, Punk oder House toll.

Gibt es noch Nachwuchs in Ihrer musikalischen Ecke?

Es gibt noch Nachwuchs, aber ich glaube schon, dass die Musik etwas entstaubt werden muss, damit man sie weiter hört. Denn man wird immer handgemachte Musik hören wollen, so, wie es auf meinem Album klingt und wie es auch Andreas Gabalier macht. Wäre schön, wenn noch mehr in dieser Art nachziehen.

Es herrscht der Eindruck, dass in der Volksmusik gemogelt wird. Nicht alles ist live, viel Playback. Wie ist es bei Ihnen?

Ich kämpfe seit Jahren dafür, dass bei Konzerten live gesungen und gespielt wird. Leider geht der Trend in eine ganz andere Richtung. Das hat in erster Linie mit den Veranstaltern zu tun, die an allen Ecken sparen. Wenn man live spielt, braucht man eine Band, mehr Technik, mehr Zeit für den Soundcheck. Da ist es viel leichter, einen CD-Player aufzustellen und den Künstler solo auf die Bühne zu stellen. Und solange das Publikum das mitmacht, sieht keiner einen Grund, daran etwas zu ändern.

Ihre Tochter Johanna ist jetzt elf – ist sie noch Ihr Fan?

Welches Mädchen ihres Alters ist nicht Fan seiner Eltern? Wir leben ja, Gott sei Dank, in einer beschaulichen Gegend. Hier sind Kinder noch Kinder und keine kleinen Erwachsenen. Zwar leben wir nicht hinter dem Mond, haben Internet und Facebook, aber bei uns sieht man keine Mädchen mit elf, die geschminkt sind oder eine Zigarette in der Hand haben. Das ist noch ein Stück heile Welt.

Sie sind jetzt alleinerziehende Mutter ...

Alleinerziehend? So fühlen wir das nicht. Für Johanna sind Mama und Papa immer noch gleichermaßen da. Da gab es keine Probleme, wir können uns noch in die Augen schauen. Das war nicht immer einfach, aber wir haben es geschafft. Wenn ich mal nicht da bin, sind der Papa oder die Familie da.

30 Jahre auf der Bühne. Könnten Sie sich vorstellen, das noch mal 30 Jahre zu machen?

So weit denke ich nicht. Ich lebe im Heute, genieße den Augenblick und habe nicht die geringste Ahnung, was ich in 30 Jahren gern machen möchte. Ich könnte mir ein anderes Leben vorstellen – zum Beispiel, dass ich einsam auf einer Hütte lebe und da Kühe und Hühner halte. Die Musik wird mich allerdings mein Leben lang irgendwie begleiten.

Wovon träumen Sie?

Es ist mein Traum, in „Mamma Mia!“ mitzuspielen. Wer weiß: Vielleicht bin ich in fünf bis zehn Jahren in der Meryl-Streep-Rolle in einem ABBA-Musical zu sehen.

Ihr Ex-Mann ist Musiker, ihr neuer Lebenspartner ist Musiker. Sind Musiker besser als andere Männer?

Es ist klasse, wenn man mit seinem Partner seine Leidenschaften teilen kann, und Musik ist für mich nicht nur ein Job, sondern meine Leidenschaft. Es wäre für mich schwer, wenn ich einen Partner hätte, der diese Begeisterung nicht teilen könnte.

Jeder Verliebte träumt davon, dass es für immer bleibt. Und viele Texter setzen diese Gefühle um. In der Volksmusik und auch in allen Musiksparten. Nicht nur Whitney Houston sang „I will always love you“...

Natürlich sollte man mit dieser rundweg positiven Überzeugung in eine neue Beziehung gehen …

Glauben Sie noch an die Liebe fürs Leben?

Da halte ich es mit der Weisheit: Sag niemals nie! (lacht)

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