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Schuften, bis der Arzt kommt Burn-out-Ausfalltage mehr als verdreifacht

Immer mehr Deutsche arbeiten nachts und am Wochenende.

Immer mehr Deutsche arbeiten nachts und am Wochenende.

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dpa (Symbolbild) Lizenz

Berlin -

Die Deutschen im Arbeitsstress – Nacht- und Schichtarbeit nehmen immer mehr zu. Jeder vierte Deutsche arbeitet inzwischen auch am Wochenende. Die unmittelbare Folge ist dramatisch: Allein zwischen 2007 und 2011 hat sich die Zahl der Burn-out-Ausfalltage von 24,2 je 1000 Krankenversicherte auf 86,9 mehr als verdreifacht.

Für die Linke sind die jüngsten Zahlen alarmierend. „Psychostress ist eine tickende Zeitbombe in der Arbeitswelt und muss endlich eingedämmt werden“, sagte die Linken-Arbeitsmarktexpertin Jutta Krellmann. Die Linke und die IG Metall fordern eine Anti-Stress-Verordnung. Dazu müsste das Arbeitsschutzgesetz geändert werden. Das lehnt das Bundesarbeitsministerium bisher ab.

„Die Zunahme ist nicht direkt verwunderlich“, sagte eine Sprecherin von Ursula von der Leyen. Die starke Ausweitung bei der Pflege, in der Medizin und in Sozialberufen mit den „Rund-um-die-Uhr-Einsätzen“ sei dafür verantwortlich. Und das sind die Fakten, die die Bundesregierung auf Anfrage der Linken nannte:

8,9 Millionen Beschäftigte arbeiten regelmäßig am Wochenende (2001: 6,7 Mio).

Sechs Millionen Beschäftigte sind im Schichtdienst tätig (2001: 4,8 Mio).

3,3 Millionen Beschäftigte mussten nachts (zwischen 23 und sechs Uhr) ran (2001: 2,5 Mio).

Rund zwei Millionen Arbeitnehmer schuften mehr als 48 Stunden pro Woche, darunter viele Lehrer, Ingenieure, aber auch viele Manager, Wirtschaftsberater und Wirtschaftsprüfer.

Besonders stark zugenommen hat der Stress im Gesundheitswesen, bei den Energieunternehmen, bei Finanz- und Versicherungsdienstleistern, in Erziehung und Unterricht.

Die Zahl der Verstöße gegen das Arbeitsschutzgesetz sind seit 2007 um 30 Prozent gestiegen.

Die IG Metall pocht deshalb auf eine Anti-Stress-Verordnung. „Die Just-in-time-Produktion hat den Zeitdruck in den Industriebetrieben enorm verschärft“, sagt Heiko Messerschmidt dem EXPRESS. Das gelte für die Werften, vor allem aber für den Flugzeugbau.