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Rochus Misch (96): Hitlers letzter Leibwächter ist tot – er sah die Leiche des Diktators

Der stattliche Rochus Misch 1944 vor Hitlers "Wolfsschanze".

Der stattliche Rochus Misch 1944 vor Hitlers "Wolfsschanze".

Foto:

AP

Berlin -

Der Leibwächter von Adolf Hitler, Rochus Misch, ist tot.

Er starb am Donnerstag nach längerer Krankheit im Alter von 96 Jahren in Berlin, wie der Co-Autor seiner Autobiografie, Burkhard Nachtigall, am Freitag der Nachrichtenagentur dpa berichtete.

Misch habe sich nicht mehr von einem Schlaganfall erholt, sagte Nachtigall. „Kommunikation war mit ihm zuletzt schlecht möglich.“

Misch war der wohl letzte lebende Zeuge von Hitlers Ende im Berliner „Führerbunker“. Eigenen Angaben zufolge sah er die Leiche des Diktators direkt nachdem sich Hitler zusammen mit Eva Braun das Leben genommen hatte. Hitler hatte Eva Braun tags zuvor im Bunker geheiratet.

Misch war auch Telefonist, bevor er am 2. Mai 1945 aus dem Bunker in Richtung Friedrichstraße flüchtete. Über sein Leben an Hitlers Seite veröffentlichte er im Jahr 2009 das Buch „Der letzte Zeuge“.

Misch sei sehr daran interessiert gewesen, seine Geschichte zu erzählen, sagte sein ehemaliger Manager Michael Stehle. So habe er im Juni noch ein Vorwort zu einem Buch geschrieben, das im Oktober in englischer Sprache erscheinen soll. Auch ein Spielfilm sei geplant gewesen. „Wir hatten das Drehbuch schon vorliegen“, sagte Stehle.

Der 1917 geborene Misch war nach eigenen Angaben nie Mitglied in der NSDAP. Nach der Musterung wurde er für die SS-Leibstandarte Adolf Hitler ausgewählt.

Ab 1940 arbeitet er bis Kriegsende als Leibwächter und Telefonist des Diktators. Nach Hitlers Tod geriet er für neun Jahre in russische Kriegsgefangenschaft.