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Blut-Tat: „Sqeezer“-Star Jim Reeves getötet - am Sonntag feierte er noch Karneval

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Sein letztes Foto: Laut Kamera-Anzeige entstand dieses Bild Sonntag um 10.50 Uhr. Unser 
Leser Andreas Weyrauch drückte am Berliner Kudamm auf den Auslöser. In der darauffolgenden Nacht wurde der Künstler erschlagen.

Foto:

Weyrauch/Leser-Foto

Köln -

Es ist Montagmorgen gegen 7.45 Uhr als ein Gast im „Happy-Go-Lucky“-Hostel im Berliner Stadtteil Charlottenburg eincheckt.

Als er die Tür zu dem 6-Bett-Zimmer (11,55 Euro die Nacht) öffnet, bekommt er einen Riesenschock: Auf dem Boden liegt ein lebloser Mann. Alles ist voller Blut.

Der Tote ist der Kölner Sänger, Songwriter und Produzent Jim Reeves. In den 90ern wurde er mit Schwester Shary, die heute die Kindersendung „Wissen macht Ah!“ moderiert, und zwei weiteren Geschwistern mit den „4 Reeves“ bekannt.

Mit der Band „Sqeezer“ landete er den internationalen Hit „Blue Jeans“. Doch später konnte er an diese Erfolge nie anknüpfen.

Das bittere Ende des vergessenen Stars: „Er starb durch stumpfe Gewalteinwirkung gegen Kopf und Oberkörper“, wie Martin Steltner, Sprecher der Staatsanwaltschaft sagt.

Kaum Indizien sind vorhanden

Doch die Hintergründe sind rätselhaft. Wie wir erfuhren, hatte sich Reeves gegenüber Freunden beklagt, er sei in dem Hostel beklaut worden.

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Hier ist Jim Reeves noch vor etwa einem Jahr  als Model gelaufen auf der Berliner Fashion Week.

Foto:

imago/Ralf Müller

Klar ist: In der Herberge muss Reeves in seinem 6-Bett-Zimmer zwei Polen kennengelernt haben. Sie gelten nun als tatverdächtig und werden dringend gesucht.

Mit ihnen wurde der Ex-Popstar unmittelbar vor der Tat in einer Bar in der Nähe des Hostels gesehen. Einer der beiden trägt ein auffälliges Tattoo am Arm. Die Polizei fahndet nach den beiden, gibt aber noch keine  Täterbeschreibung heraus. „Wir gehen davon aus, dass die Täter unter den Hostel-Gästen zu finden sind“, sagt Steltner.

Der im Kölner Stadtteil Kalk aufgewachsene Jim, der seit einigen Jahren in Berlin lebte, hatte Streit mit seiner Ex-Lebensgefährtin, mit der er noch zusammenwohnte. Deshalb war er für einige Zeit ins Hostel gezogen. 

Am Tag vor dem grausamen Mord war er noch in seinem Lieblings-Lokal „Art & Champagne“ am Kudamm. Chefin Micaela Reske (53): „Er kam seit zwei Jahren fast täglich, trank abends immer nur alkoholfreien Sekt.

Er posiert fröhlich mit Jecken

Auch an dem Sonntag war er fröhlich, hat gelacht. Er trank seinen Tee und verließ das Lokal gegen 13 Uhr.“ Draußen wurde er noch von einem unserer Leser fotografiert, der gerade den Berliner Zug besuchte.

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Die Gruppe „4 Reeves“, die aus den Geschwistern Jim, Terry, Shary und Andrew Reeves (v.l.n.r.) bestand, zählte neben den Fantastischen Vier zu den ersten deutschen Hip-Hop-Bands.

Foto:

picture alliance / Fryderyk Gabo

Der Leser erinnert sich: „Er freute sich unglaublich, dass er als Kölner zufällig Zeuge des Karnevalszuges wurde!“ Dann posierte Reeves für sein vermutlich letztes Foto.

Wir sprachen mit den Hinterbliebenen: „Viel zu früh und grausam wurde Jim aus dem Leben gerissen. Wir als Familie sind schockiert und fassungslos. Er ist und bleibt ein Teil unserer Familie, unserer Wurzeln. Jim wünschen wir, dass er Frieden findet, dort, wo er jetzt ist. Er ruhe in Frieden“, sagte sein Bruder Andrew (44) im Namen der Familie.

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