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Professor Fink erklärt: So wird Michael Schumacher jetzt behandelt

Prof. Gereon Fink erklärt, wie Schumacher jetzt behandelt wird.

Prof. Gereon Fink erklärt, wie Schumacher jetzt behandelt wird.

Wird Schumi jemals wieder der Alte? Professor Gereon Fink, Chef-Neurologe an den Kölner Unikliniken, befürchtet dauerhafte Schäden.

Die These, dass ein Patient ’über den Berg’ sei, wenn er 72 Stunden nach dem Unfall überlebt habe, sei so nicht zu halten. Im Gegenteil!

„Als Intensivmediziner versucht man, den Patienten so früh wie möglich aus dem künstlichen Koma zu holen, um zu sehen, ob er eigenständig bei Bewusstsein bleiben kann. Wenn die Verletzungen so gravierend sind, dass man dem Patienten schaden würde, wird er länger im künstlichen Koma gehalten.“ Wie bei Schumi.

Prof. Fink geht nach bisher bekannten Informationen davon aus, dass es anscheinend zu massiven Verletzungen des Hirns gekommen sei: „Zu den Blutungen zwischen Schädel und Hirn sollen auch Blutungen ins Hirngewebe hinein aufgetreten sein. Je nachdem, wo eine solche Einblutung stattgefunden hat, kann sie zu halbseitiger Lähmung, Sprachstörungen oder Persönlichkeitsveränderungen führen.“

Dass Schumacher zweimal operiert worden sei, sei indes nicht ungewöhnlich: „Man muss sich das so vorstellen: Der knöcherne Schädel kann sich im Gegensatz zu einem Luftballon nicht ausdehnen. Deshalb wird notfallmäßig mit einem Bohrer ein Loch in den Schädel gebohrt, das Blut abgesaugt , eine Drainage gelegt, um den Druck wegzunehmen, der auf dem Hirn lastet. Wie bei jedem anderen Eingriff kann es zu Nachblutungen kommen.“

Wenn allerdings auch Blut aus dem Hirngewebe abgesaugt werden muss, müsse „ein größeres Stück vom Schädel aufgemacht werden“.

Medizin-Journalisten wie Dr. Christoph Specht machen indes auch Hoffnung: „Das Regenerieren des Hirns hängt viel mit dem Allgemeinzustand des Patienten zusammen – und da bringt Michael Schumacher einen guten Vorschuss mit.“

Das gelte auch für spätere Reha-Maßnahmen – da seien die psychischen und physischen Qualitäten des Ausnahmesportlers gefragter denn je.