Berlin - Eine Geburtstagsfeier im Kanzleramt für Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann (61) setzt Bundeskanzlerin Angela Merkel (55, CDU) unter Druck.
Denn für die offenkundig private Party am 22. April 2008 zum 60. Geburtstag des Bankers musste der Steuerzahler blechen!
Freimütig und ein bisschen stolz hatte Ackermann kürzlich in einem ZDF-Interview erklärt:
Angela Merkel „hat mir damals gesagt, sie würde gerne etwas für mich tun. Ich sollte doch einmal 30 Freunde und Freundinnen einladen aus Deutschland und der Welt, mit denen ich gerne einen Abend zusammen sein würde im Kanzleramt. Und ich muss Ihnen sagen: Es war ein wunderschöner Abend.“
Jetzt kam raus: Ackermann (2007 kassierte er 14 Millionen Euro Gehalt) ließ sich die noble Geburtstagssause im Zentrum der Macht vom Steuerzahler finanzieren. Allein für externes Servicepersonal gab das Kanzleramt 2.100 Euro aus, so das ARD-Magazin „Report Mainz“.
Über die Gesamtkosten der Bewirtung wollte das Kanzleramt keine Angaben machen, räumte aber ein, dass die Feier aus dem Etat des Kanzleramts bezahlt wurde.
SPD, Grüne, Linke und der Bund der Steuerzahler übten scharfe Kritik daran, dass die Bürger die Kosten übernehmen mussten. Grünen-Fraktionschefin Renate Künast sagte in der ARD, man könne „als Kanzlerin nicht jemandem anbieten, auf Kosten des Steuerzahlers seinen Geburtstag mit gutem Wein und Essen im Kanzleramt zu feiern. Dafür ist es nicht da.“
Am Mittwoch muss die Bundesregierung den Haushaltsausschuss über die Kosten des Abendessens informieren.
Wenige Monate nach der Feier fiel Ackermann bei Merkel in Ungnade, weil er gesagt hatte: Er würde sich schämen, wenn die Deutsche Bank in der Krise Staatsgeld annehmen würde.
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