Monaco - Da packt einen die kalte Wut: Erst fahren schnöselige Banker gleich zwei Geldinstitute vor die Wand. Dann feiern sie eine Riesensause, als sie mit Steuermitteln gerettet werden und verhöhnen die Anleger! Mit Champagner stießen sie an: „Auf alle, die ihr Geld verloren haben!“
Gerade hatte der belgische Staat - also der Steuerzahler - die beiden Finanzinstitute Dexia und Fortis gerettet, da feierten die Banken teure Partys im mondänen „Hotel de Paris“ im Fürstentum Monaco.
Wie die flämische Zeitung „De Morgen“ berichtete, lud zunächst die französisch-belgische Dexia-Bank mehr als 200 Gäste zu einem festlichen Bankett in die teuerste Herberge vor Ort.
Haarsträubend: Offiziell feierten die Dexia-Gäste die Eröffnung der Filiale Dexia Private Banking in Monaco. Nur: Die Eröffnung war wegen der Finanzkrise tatsächlich gerade auf „unbestimmte Zeit“ verschoben worden.
Wenige Stunden zuvor hatte Belgiens Regierungschef einen Rettungsplan für Dexia vorgestellt. „Heute haben wir einen kleinen Erfolg gehabt“, sagte eine Dexia-Managerin den Zeitungsreportern, „es geht endlich wieder besser. Zumindest vorläufig. Jetzt können wir noch feiern, morgen vielleicht nicht mehr“, so die dreiste Begründung für die Party.
Der Champagner sei in Strömen geflossen. Und spät in der Nacht hörten die Journalisten von der Terrasse den Trinkspruch: „Auf alle, die ihr Geld verloren haben!“
Am Tag darauf habe die Fortis-Bank dann ins Drei-Sterne-Lokal des Hotels, in den Gourmet-Tempel „Louis XV“, geladen, so die Zeitung. Für 150.000 Euro seien dort 50 Bank-Manger und Broker bewirtet worden.
Fortis bietet Bank- und Versicherungsleistungen auch in Deutschland an. Gerade wurden 100 Prozent der Fortis Bank Belgien durch den belgischen Staat übernommen. Später sollen 75 Prozent an die französische Großbank BNP Paribas weiterverkauft werden. Am niederländischen Fortis-Bereich ist offenbar die Deutsche Bank interessiert.
Zuvor hatten Manager des US-Versicherers AIG für Ärger gesorgt, die nach ihrer Rettung ein Luxus-Wochenende in Kalifornien für 400 000 Dollar genossen hatten.
Während die einen schamlos feiern, haben Millionen Angst um ihr Geld, um ihre Altersvorsorge, um ihren Job. Die Krise ist längst nicht mehr auf das Börsenparkett beschränkt. Selbst Firmen, die sorgfältig gewirtschaftet haben, müssen sparen. So streicht Henkel seinen Mitarbeitern etwa die Weihnachtsfeier. SAP verkündete einen Einstellungsstopp und bat die Belegschaft, auf Urlaubstage zu verzichten. Die Vorstände strichen sich selbst zehn Tage. Zuvor hatten bereits mehrere Autobauer, darunter Ford, angekündigt, ihre Produktionsbänder vorübergehend stillzulegen.… und bei uns werden schon die Weihnachtsfeiern gestrichen!
Statt das Geld beisammen zu halten, wird es für wilde Schampus-Partys auf Kosten der Anleger aus dem Fenster geworfen. Was halten Sie davon? Direkt mitreden!
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