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Proteste: Warum sind die Spannungen zwischen Iran und Saudi-Arabien so gefährlich?

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Die brennende saudische Botschaft in Teheran. Die Bilder rufen schlimme Befürchtungen hervor: Wie geht es mit dem ohnehin schlechten Verhältnis zwischen Iran und Saudi-Arabien weiter?

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Teheran/Riad -

Die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr in Saudi-Arabien hat die Spannungen zwischen Riad und Teheran massiv verschärft.

In der Nacht zum Sonntag stürmten iranische Demonstranten die saudische Botschaft in Teheran, setzten Teile des Gebäudes in Brand und verwüsteten Büros.

Warum sind der Iran und Saudi-Arabien verfeindet?

Der schiitische Iran und das sunnitische Königreich Saudi-Arabien ringen um die Vormachtstellung in der Region. 

Das ultrakonservative Saudi-Arabien hat seit der Verständigung Teherans mit dem Westen mehr Angst denn je, seinen Einfluss in der Region an den Iran zu verlieren.

Beide versuchen, ihre dominante Rolle in der islamisch-arabischen Welt auszubauen. Auch in anderen Ländern stehen sie sich gegenüber, etwa im jemenitischen Bürgerkrieg.

Die verheerende Massenpanik bei der muslimischen Pilgerfahrt Hadsch im saudischen Mekka mit Hunderten von iranischen Opfern heizte die Spannungen zusätzlich an.


Warum ist Al-Nimr so wichtig für die Schiiten?

Der 55-jährige Al-Nimr war wegen seiner Kritik an der Unterdrückung der religiösen Minderheit in Saudi-Arabien durch das sunnitische Königshaus eingesperrt worden. Der Aktivist war für seine Unterstützung friedlicher Proteste bekannt.

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Eine Aktivistin in Beirut trägt am Sonntag ein Bild der hingerichteten Klerikers Nimr al-Nimr.

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Er galt als treibende Kraft hinter den Demonstrationen gegen die Regierung, die zu Beginn des Arabischen Frühlings 2011 im Osten Saudi-Arabiens aufflammten.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty hatte in der Vergangenheit kritisiert, Saudi-Arabien setze das Todesurteil auch als politisches Instrument gegen die schiitische Minderheit ein, die etwa 15 Prozent der Bevölkerung ausmacht und vor allem im ölreichen Osten des Landes angesiedelt ist. 

Die Todesurteile gegen 46 Menschen wurden durch Enthauptungen oder Erschießungen vollstreckt. Daraufhin flammten Proteste unter Schiiten in anderen Ländern auf: Im Irak gingen in der Provinz Al-Wasit Hunderte auf die Straße und forderten die Schließung der saudischen Botschaft in Bagdad.

Auch in Bahrain und dem indischen Teil Kaschmirs demonstrierten insgesamt Tausende gegen die Hinrichtung von Al-Nimr.

Wie ist die Lage in Teheran am Tag danach?

Trotz weiträumiger Absperrungen versuchten in Teheran auch am Sonntag Hunderte Demonstranten zur saudischen Botschaft vorzudringen - es gab Zusammenstöße mit der Polizei und Rufe nach dem „Tod der saudischen Königsfamilie“.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani verurteilte den nächtlichen Sturm auf die Auslandsvertretung. „Der Angriff von Extremisten auf die saudische Botschaft in Teheran ist in keiner Weise zu rechtfertigen und hatte negative Auswirkungen auf das Image des Irans“, teilte Ruhani am Sonntag in einer Presseerklärung mit.

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Samstag in Teheran: Demonstranten verbrennen Bilder eines Mitglieds der saudischen Königsfamilie.

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Angriffe iranischer Demonstranten auf Botschaften in Teheran hat es schon früher gegeben: 1979 auf die US-Botschaft, 2011 auf die britische Vertretung. Beide Male musste die iranische Führung nicht nur eine diplomatische Krise mit den betroffenen Staaten durchmachen, sondern auch Millionen Schadenersatz zahlen.

Was bedeuten die Spannungen für die Lage in Syrien? Weiterlesen auf der nächsten Seite. 

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