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Nur 80 Beamte im Einsatz!: Polizei korrigiert Angaben zur Kölner Silvesternacht

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In der Silvesternacht geriet der Polizei die Lage auf dem Kölner Bahnhofsvorplatz außer Kontrolle.

Foto:

dpa

Köln -

Immer neue Enthüllungen zur  Silvester-Schande! Nach EXPRESS-Recherchen muss die Polizei nun einräumen, dass erheblich weniger Beamte am Bahnhof im Einsatz waren als angegeben.  Damit wird immer klarer, warum die Polizei die Lage  beim Sex-Mob nicht in den Griff bekam und viele Täter unerkannt entkommen konnten.  Die brisanten Erkenntnisse  dürften auch den  Untersuchung-Ausschuss des Landtags interessieren, der am Freitag tagt.

Angeblich hatte die Kölner Polizei sofort reagiert. Als die Lage am Silvesterabend am Kölner Hauptbahnhof gegen 21 Uhr brenzlig wurde, will sie alle Einsatzkräfte von den Ringen, den Rheinbrücken und der Altstadt zum Brennpunkt auf dem Vorplatz zusammengezogen haben. „Es waren ab diesem Zeitpunkt also 143 Polizeibeamte am Bahnhof im Einsatz“, sagte etwa der Leitende Polizeidirektor Michael Temme am 10. Januar in der „Welt am Sonntag“.

Das stimmt aber nicht.

„Fehlinformation in der frühen Phase der Berichterstattung“ 

Auf EXPRESS-Anfrage räumte  die Behörde nun eine behördeninterne „Fehlinformation in der frühen Phase der Berichterstattung“ ein. „Es wurden alle Kräfte der Bereitschaftspolizei und nicht alle eingesetzten Kräfte des Gesamteinsatzes am Bahnhof zusammengezogen“, so ein Sprecher.

 Das heißt: Statt über 140 standen den Tätern nur gut 80 Landesbeamte gegenüber. Und von diesen wurden auch noch nach der Räumung des Vorplatzes um den Jahreswechsel einige Richtung Ringe verlagert.    Die fürs Bahnhofsinnere zuständige Bundespolizei hatte nach eigenen Angaben rund 70 Beamte im Einsatz. 

Kräfte wurden auf Ringe, Rheinufer & Rheinbrücken konzentriert

Pikant ist  auch: Das Wochen vorher angefertigte Kölner Einsatzkonzept sah nach EXPRESS-Informationen explizit rund 40 Polizisten (ein Hundertschaftszug) für den Bereich „Altstadt/Dom/Hauptbahnhof“ vor. Doch  nachdem das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD NRW) Mitte Dezember einen aus Köln zusätzlich angeforderten Zug verweigerte, wurde sich bei der Planung auf den Schwerpunkt Dom/Bahnhof verzichtet und auf die Ringe sowie die Rheinbrücken und das Rheinufer konzentriert.

Politisch brisant sind auch gegensätzliche Darstellungen von Land und Polizei zu den Absprachen im Vorfeld.  Während ein LZPD-Sprecher mitteilt, die Reduzierung der beim Land angeforderten Kräfte um einen Zug sei  im Einvernehmen mit dem Polizeipräsidium erfolgt, legt dieses Wert auf folgende Feststellung: „Seitens der Polizei Köln wurde im Zusammenhang mit der Kräftereduzierung kein Einvernehmen erklärt.“  

Zum Untersuchungs-Auschuss am Freitag werden sowohl der Kölner Polizeiführer Günther R. als auch sein Kollege von der Bundespolizei, Detlef M., erwartet.