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Verbraucherschützer klagen: Schaffen die Banken die Automatengebühren jetzt wieder ab?

Geldautomat Gebühren

Viele Banken nehmen inzwischen Gebühren für das Geldabheben.

Foto:

dpa

Jetzt reicht es den Verbraucherschützern. Nachdem in den letzten Wochen viel darüber diskutiert wurde, dass einige Banken Gebühren fürs Geldabheben am Automaten nehmen, ziehen Vebraucherschützer gegen die ersten Kreditinstitute vor Gericht.

Was ist überhaupt passiert?

In den vergangenen Wochen hatte das Finanzportal biallo.de mit Berichten über Extra-Gebühren an den Banken für Wirbel gesorgt. Nach Recherchen der Finanzexperten verlangen rund 40 Sparkassen und ungefähr 150 Volksbanken von einem Teil ihrer Kunden – je nach Kontomodell – Gebühren fürs Abheben von Bargeld.

Wie viel Geld nehmen die Banken für das Geldabheben?

Die Höhe ist sehr unterschiedlich – von wenigen Cent bis zu einem Euro. Manche Banken gewähren ihren Kunden im Monat bis zu fünf kostenlose Abhebungen. Andere kassieren gleich beim ersten Mal. Einige Institute haben allerdings schon seit Jahren Kontomodelle, bei denen Barabhebungen Geld kosten.

Warum machen die Banken das?

Die Zinsflaute setzt Banken und Sparkassen zunehmend unter Druck. Viele Geldhäuser drehen daher an der Gebührenschraube. „Es gibt keine Grenze, wie oft Institute die Gebühren erhöhen können. Es darf aber kein Endlosmodell werden“, warnt Finanzmarktwächter Kay Görner von der Verbraucherzentrale Sachsen. „Das kann jedoch nur der Gesetzgeber ändern.“

Warum klagen die Verbraucherschützer jetzt?

Laut Görner haben Verbraucherschützer Belege, dass drei Institute ihre Kunden vorher nicht ausreichend über die Preisänderung informiert haben. „Ein Verfahren gegen eine Berliner Genossenschaftsbank läuft bereits vor dem Landgericht Halle.“

Dem Verbraucherschützer zufolge müssen Banken und Sparkassen ihre Kunden zwei Monate vor geplanten Preisänderungen informieren und sie auf ihr Kündigungsrecht aufmerksam machen. „Bei den drei Instituten fehlte der korrekte Verweis auf das fristlose und kostenfreie Kündigungsrecht.“ Bei einem weiteren Geldhaus gebe es entsprechende Hinweise.

Oftmals werden die Kunden durch den Automaten nicht auf die Gebühr hingewiesen. Sie haben dann keine Ahnung, dass sie überhaupt etwas zahlen. Das ärgert die Verbraucherschützer besonders. Zwar seien die Finanzhäuser dazu nicht grundsätzlich verpflichtet. „Im Einzelfall kann aber Irreführung des Verbrauchers vorliegen. Dann können wir dagegen vorgehen.“

Wie reagieren die Banken?

Laut eines Berichtes der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ haben die ersten Banken die Gebühren schon wieder abgeschafft. So beispielsweise bei der Sparkasse Hanau. Diese verlangte von der elften Abhebung im Vierteljahr an 20 Cent je Abhebevorgang und zwar für eines von fünf Kontomodellen, wie die Zeitung berichtete.

Auch die Volksbank Lette-Darup-Rorup in Coesfeld und die Sparkasse Leer-Wittmund hätten die Gebühren wieder abgeschafft. Allerdings gibt bisher nur eine Bank offen zu, dass die Abschaffung der Gebühren eine direkte Reaktion auf die Kritik ist: Die Raiffeisenbank Offenbach-Bieber erklärt auf ihrer Homepage, dass man mit der Abschaffung der Gebühren die öffentliche Diskussion zu einem „am Kundeninteresse orientierten Abschluss“ bringen wolle.

Wie finde ich heraus, ob auch meine Bank Gebühren verlangt?

Auf der Seite des Finanzportals biallo.de finden Verbraucher eine Übersicht zu den Banken, die Gebühren am Geldautomaten erheben. Auch ein Blick auf den Online-Auftritt der Bank kann Kunden schon Aufschluss liefern.

Allerdings sind die Informationen nicht immer im Internet zu finden, auch wenn Banken und Sparkassen ein Preisverzeichnis veröffentlichen müssten. Das ärgert auch die Verbraucherschützer. „Die Kunden müssen in diesem Fall in der Filiale nachfragen. Doch wer macht das schon“, argumentierte Görner. Deshalb sehen sie die Institute in der Pflicht, ihre Kunden transparent zu informieren.

(chs/dpa)