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Via Facebook : Aufruf bewegt das Netz: Mann sucht für Kind mit Downsyndrom neue Eltern

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Ein Junge mit Downsyndrom wurde nach der Geburt zur Adoption freigegeben (Symbolbild). 

Foto:

dpa

Hamburg -

Es ist ein Aufruf der berührt und eine Geschichte, die unter die Haut geht. 

In Hamburg wurde vor einigen Wochen ein Junge mit Downsyndrom nach der Geburt von seinen Eltern zur Adoption freigegeben, wie die „Welt“ berichtet. 

Besonders ungewöhnlich an diesem Fall: Um die Suche nach potentiellen Pflegeeltern zu fördern, postete ein Mann, der selbst Vater eines Downsyndrom-Kindes ist, einen Facebook-Aufruf. Die Resonanz ist riesig – doch es gibt auch viele Kritiker. 

Riesen Resonanz auf Facebook 

Raphael Brinkert, Geschäftsführer von Jung von Matt Sports, erklärte in seinem Post: „Wir selbst haben einen kerngesunden Jungen mit DS und ehrlich gesagt machen uns seine Schwestern nicht selten mehr zu schaffen als er“. Den Beitrag änderte er durch die große Anteilnahme jedoch von „öffentlich“ zu „privat“, wie mehrere Medien einstimmig berichteten. 

Sollten sich nicht schon bald Adoptiveltern finden lassen, müsse der Junge in ein Heim für Schwerbehinderte. „Die Konsequenz sei, dass er höchstwahrscheinlich nicht die Förderung erhalten wird, die ihm ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben, ein inklusives Leben ermöglichen würde“, schrieb der Hamburger weiter unter seinem Post. Wer tatsächlich Interesse hat und in Kontakt treten will, wird an Kids Hamburger e.V. (Kontakt- und Informationszentrum Down-Syndrom) verwiesen, für den er selbst aktiv ist. 

In 28 Stunden über 6000-mal geteilt 

Das Unglaubliche: Innerhalb von nur 28 Stunden wurde der Beitrag über 6000-mal geteilt. 

Er sei überwältigt von der Resonanz, schrieb Raphael und bedankte sich für die vielen Zuschriften, unter denen sich auch ernst gemeinte Anfragen befänden:

„Beide Eltern haben noch nicht in eine Adoption einwilligt“

Stimmt so nicht, sagt nun die Sozialbehörde. „Beide Eltern haben noch nicht in eine Adoption eingewilligt. Vielmehr sucht die Vermittlungsstelle, ihrem gesetzlichen Auftrag entsprechend, noch nach einem Weg, um den Eltern ein Leben mit ihrem Kind zu ermöglichen. Mit anderen Worten: Das Kind kann noch gar nicht adoptiert werden“, sagte Behördensprecher Marcel Schweitzer zur „Hamburger Morgenpost“.

Frühestens sei dies nach einer Frist von acht Wochen möglich. Solange haben die Eltern Zeit, ihre Entscheidung zu überdenken. Im Übrigen würden Kinder nicht über öffentliche Aufrufe vermittelt. Interessenten werden von den Jugendämtern darauf überprüft, ob sie ein Kind mit besonderen Bedürfnissen aufnehmen könnten – ein langwieriger Prozess. In einem „Heim für Schwerstbehinderte“ würde das Baby keinesfalls landen, sondern in einer Pflegefamilie oder einem Kinderschutzhaus.