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Express.de | Dreistes Schreiben: Über diese Flüchtlings-Hetze wütet das Netz
25. November 2015
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Dreistes Schreiben: Über diese Flüchtlings-Hetze wütet das Netz

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Flüchtlinge sind bei der Zahnärztin offenbar nicht willkommen.

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dpa

Tausende Menschen packen in Deutschland mit an, um den vielen Flüchtlingen unter die Arme zu greifen. Die Helfer spenden Lebensmittel, Kleidung oder stellen gar Wohnraum zur Verfügung, um den Ärmsten den Armen die Chance auf ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Leider gibt es aber offenbar immer noch ein paar Ewiggestrige.

Momentan regt sich das Netz über dieses Schreiben auf. Eine Zahnärztin aus Erfurt soll ihren Nachbarn mitgeteilt haben, dass sie und ihre Kollegen  „vom Gesetzgeber verpflichtet wurden, Asylsuchende im Notdienst zu behandeln“. Weil Flüchtlinge daher zu jeder Zeit die Praxis besuchen könnten, sollten die Anwohner keine Wertgegenstände im Auto liegen lassen. Zudem sollten die Haustüren stets verschlossen sein.

„Die Praxis würde ich boykottieren“

Als wären diese Hinweise nicht schon irrsinnig genug, treibt die Ärztin ihre Hetze dann noch auf die Spitze, indem sie behauptet, dass bei Flüchtlingen schon schlimmste Krankheiten diagnostiziert worden seien. „Nach Abschluss des Notdienstes werden wir im unteren Treppenhaus und Türen [sic] geeignete Desinfektionsmaßnahmen durchführen“, heißt es, als ob es sich bei Flüchtlingen um dreckige Tiere handele.

„Hart!“, „Unglaublich!“ und „Die Praxis würde ich boykottieren“ waren noch die freundlichsten Kommentare, die der Zahnärztin in den sozialen Netzwerken entgegen geschleudert wurden. Andere User wollten sich umgehend an die Kassenzahnärztliche Vereinigung wenden. 

Auf der nächsten Seite: wie sich die Zahnärztin zur Wehr setzte

Doch offenbar hat die Zahnärztin nichts mit der gemeinen Flüchtlingshetze zu tun. Auf der Homepage ihrer Zahnarztpraxis schrieb die Ärztin: „Ich distanziere mich energisch gegenüber jeglicher rassistischer Darstellungen im Internet über
mich und mein Praxisteam“. Sie habe bereits Kontakt zu ihrem Rechtsanwalt aufgenommen und sich mit ihm über mögliche rechtliche Schritte beraten. Doch darüber, dass sie das Schreiben nicht aufgehängt haben will, schrieb sie nichts.

Von dem Schreiben distanziert sich auch die Landszahnärztekammer Thüringen. „Der Aushang ist mittlerweile durch die Zahnärztin selbst abgenommen worden. Nach einer ersten vorläufigen Einschätzung war der Text inhaltlich berufswidrig. Die Kammer behält sich vor, Strafanzeige gegen die Erfurter Zahnärztin zu erstatten.“ Bleibt abzuwarten, wie diese Posse ausgeht. Und wer das Pamphlet wirklich in das Treppenhaus gehängt hat.

Zahnärzte werben für Behandlung von Flüchtlingen ohne Angst und VorurteileStellungnahme zum (mittlerweile entfernten)...

Posted by Landeszahnärztekammer Thüringen on Dienstag, 24. November 2015

(dhe)

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