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Mordkommission ermittelt Fußballer (20) ertrinkt in Hamburger Badesee

Osei S. (✝ 20) ist am Freitag im Strandbad Farmsen ertrunken.

Osei S. (✝ 20) ist am Freitag im Strandbad Farmsen ertrunken.

Foto:

Rüga Lizenz

Hamburg -

Osei S. hatte keine Chance. Fast 50 Minuten lag der 20-jährige Fußballer am Freitag am Grund eines Hamburger Strandbades, dann erst fanden ihn Rettungstaucher der Feuerwehr.

Hat die Badeaufsicht tödliche Fehler gemacht? Das soll nun die Mordkommission klären.„Die Ermittler prüfen, ob es sich um fahrlässige Tötung durch Unterlassung handelt“, sagte Polizei-Sprecherin Karina Sadowsky.

„Unfug“, sagt Badleiter Carl-Heinz Götz (63). Er stellt sich voll hinter seine Leute: Die Rettungsschwimmerin sei sofort mit einem Boot auf den See hinausgerudert, als sie hörte, dass die Freunde von Osei S. um Hilfe schrien. Parallel habe ein Kollege direkt die Feuerwehr alarmiert.

Götz ist empört über die Vorwürfe: „Die Polizei hat uns behandelt wie Schwerverbrecher und uns einzeln verhört.“

Fest steht jedenfalls: Um das Leben des jungen Mannes zu retten, verging viel Zeit – zu viel.

Es war 16 Uhr, als Osei S., der bei einem norddeutschen Oberliga-Verein Fußball spielt, mit drei Freunden auf den See hinausschwimmt. Die Kumpel toben im Wasser. Plötzlich ringt der junge Mann nach Atem. „Ich bekomme keine Luft mehr“, ruft er und geht unter.

„Die Männer haben erst fünf Minuten auf eigene Faust nach ihrem Freund gesucht, bevor sie um Hilfe riefen“, sagt Badeleiter Götz. So kommt es, dass erst 50 Minuten später ein Taucher den leblosen Körper des jungen Mannes in acht Metern Tiefe entdeckt.

Mit einem Boot wird er an das Ufer gebracht. Ein Rettungssanitäter beginnt bereits an Bord mit den Wiederbelebungsversuchen, ein Notarzt übernimmt im Rettungswagen die Reanimation. 20 Minuten lang kämpfen sie um das Leben des 20-Jährigen. Dann muss der Notarzt aufgeben.

Währenddessen kümmern sich Seelsorger um die Freunde des jungen Mannes, die wie versteinert am Ufer stehen.

Völlig unklar ist bisher, warum Osei S. untergegangen ist. „Endlich wieder Schwimmen gehen“, kündigte er noch vor wenigen Tagen auf seinem Facebook-Profil an.

Der durchtrainierte Fußballer soll ein guter Schwimmer gewesen sein, das bestätigt sein langjähriger Trainer. Er musste den alten Mannschaftskameraden von Osei S. die Todesnachricht überbringen.

„Er war so ein netter und zuverlässiger Mensch“, sagt der Trainer. Ihr Sonntagsspiel werden die Kreisligisten trotzdem bestreiten – für Osei, den Mann, der die Rückennummer 22 trug. „Er hätte gesagt, ’haut sie weg’!“