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Express.de | Märchenhafter Trend: Nichts für Kinder: Grimms Geschichten erobern Kino und TV
19. February 2013
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Märchenhafter Trend: Nichts für Kinder: Grimms Geschichten erobern Kino und TV

Die US-Mysterieserie „Grimm“ basiert auf den Märchen der Gebrüder Grimm – sie liegt damit total im Trend.

Die US-Mysterieserie „Grimm“ basiert auf den Märchen der Gebrüder Grimm – sie liegt damit total im Trend.

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Vox

Alte Märchen neu erzählt – das aktuelle Erfolgsrezept für gute Quoten! Die erste Folge der US-Serie „Grimm“ lief Montagabend bei Vox, zog ein Millionenpublikum in ihren Bann. In dem Fantasy-Drama werden die schaurigen Geschichten der Märchen plötzlich Realität – und Detective Nick Burkhard, Nachfahre der Gebrüder Grimm, steckt mittendrin.

Mörderische Geschichten, unheimliche Bilder, düstere Szenen – diese Märchen sind nichts für Kinder! Doch damit erfindet „Grimm“ kein neues Genre: Blockbuster auf Märchenbasis liegen total im Trend, laufen seit einigen Jahren verstärkt in Kino und Fernsehen. Ob getreue Nacherzählung, wilder Märchenmix oder eine komplette Neuerfindung der klassischen Geschichte – hier ist alles dabei!

Märchenhafte Geschichten auf der Leinwand – ein Überblick.

„Once Upon a Time – Es war einmal...“

Märchen in Serie – das gab's schon vor „Grimm“: Die US-Fantasyserie „Once Upon a Time – Es war einmal...“ erobert seit 2011 die Bildschirme, in Deutschland lief sie bis Anfang Februar bei Super RTL, die zweite Staffel folgt im Herbst.

„Was, wenn Märchen wahr und nicht erfunden wären?“ lautet der Werbespruch der Serie – er erklärt die Handlung des TV-Erfolgs: Alle bekannten Märchenfiguren wurden in die reale Welt versetzt, leben in einer kleinen Stadt namens Storybrooke. Dort landet die toughe Agentin Emma Swan (gespielt von Jennifer Morrison), die an scheinbar unglaubliche Gestalten gerät. Mit dabei sind Rumpelstilzchen, Schneewittchen, Pinocchio und viele andere alte Bekannte aus dem Märchenbuch. Bislang wurden zwei Staffeln produziert – Fortsetzung noch unklar.

„Hänsel und Gretel: Hexenjäger“

Der neueste Streich aus der Kino-Märchen-Schmiede basiert ebenfalls auf Grimm-Geschichten: Der etwas abgedrehte Blockbuster „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“ spielt 15 Jahre nach der Flucht der Geschwister vor der bösen Hexe. Hänsel und Gretel haben sich inzwischen zu erfolgreichen Kopfgeldjägern entwickelt, die auf Rachefeldzug gehen: Sie haben es auf böse Hexen abgesehen.

Jeremy Renner und Gemma Arterton in den Hauptrollen ballern mit fetten Waffen durch die Märchenwelt, hier fliegen Häuser in die Luft, werden Peitschen geschwungen – richtig viel Action! Auch diese Märchenverfilmung ist sicher nichts für Kinder... Der Film läuft ab dem 28. Februar im Kino – hier gibt's den Trailer:

„Snow White and the Huntsmen“

Schon der Titel macht klar: Das ist ein Märchenfilm! Kristen Stewart und Charlize Theron stellen die Geschichte von Grimms Schneewittchen und der bösen Königin dar – in bestem Hollywood-Stil. Dramatisch, opulent, brutal: ein Film für erwachsene Märchenfans.

Der Film feierte am 14. Mai 2012 in London Premiere, lief zwei Wochen später auch in deutschen Kinos an. Die meisten Schlagzeilen machte „Snow White and the Huntsmen“ nicht wegen des Films selbst – sondern weil Kristen Stewart eine Affäre mit Regisseur Rupert Sanders hatte. Damit betrog und demütigte sie „Twilight“-Star Robert Pattinson in aller Öffentlichkeit – ein Skandal und gute Werbung für den Märchenfilm. Auch ein zweiter Teil ist in Planung, Kristen Stewart soll wieder das Schneewittchen spielen.

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„Spieglein, Spieglein – Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen“

Nur zwei Monate vorher hatte noch ein Schneewittchen-Blockbuster Premiere: Unter dem Originaltitel „Mirror, Mirror“ spielte Julia Roberts die böse Königin, Lily Collins verkörperte das Schneewittchen. Die märchenhafte Handlung ist bekannt: Das junge Schneewittchen ist schöner als die alternde Stiefmutter – deshalb muss das Mädchen weg. Schneewittchen landet im Wald, trifft die sieben Zwerge und will mit ihnen die Königin stürzen.

Regisseur Tarsem Singh machte daraus einen lustigen, satirischen und von einigen Kritikern als Slapstick bezeichneten Film. In den USA spielte der Schneewittchen-Blockbuster am Start-Wochenende 11 Millionen Dollar ein, landete damit auf dem vierten Platz im Film-Vergleich.

„Red Riding Hood – Unter dem Wolfsmond“

Die Gebrüder Grimm lieferten auch die Inspiration für diesen Fantasy-Thriller: „Red Riding Hood“ aus dem Jahr 2011, Amanda Seyfried als modernes Rotkäppchen. Hauptfigur Valerie lebt in einem mittelalterlichen europäischen Dorf, wird von einem Werwolf und von einem sadistischen Priester bedroht, kämpft dabei um ihre Liebe zu Holzfäller Peter – obwohl sie einen anderen Mann heiraten soll.

Regie führte Catherine Hardwicke, die auch den ersten „Twilight“-Film umsetzte – viele Kritiker erkannten durchaus Parallelen zwischen Märchen- und Vampirfilm.

„Merida – Legende der Highlands“

Dieses Märchen ist ausnahmsweise für Kinder geeignet. Hier wird zwar keine Grimm-Geschichte nacherzählt, aber die Märchen-Brüder lieferten viele Inspirationen für den Animationsfilm. „Merida – Legende der Highlands“ ist ein Märchenfilm von Pixar, der 2012 im Kino lief. Hauptfigur ist Königstochter Merida, die ganz andere Interessen hat als ihr traditionsbewusster Vater: Sie ist eine begabte Bogenschützin mit Sturkopf, die um ihren eigenen Weg durchs königliche Leben kämpft.

Es war der erste animierte Film aus dem Hause Pixar, der auf einem Märchen basiert. Produzentin Brenda Chapman sah die Geschichte klar in der Tradition von Hans Christian Andersen und den Gebrüdern Grimm. „Merida – Legende der Highlands“ räumte schon bei den Golden Globes und den British Academy Film Awards 2013 ab, ist als „Bester Animationsfilm“ auch für den Oscar nominiert.

„Rapunzel – neu verföhnt“

Auch Disney schrieb von den Grimm-Brüdern ab: „Rapunzel – neu verföhnt“ kam 2010 ins Kino, erzählt die Geschichte vom Mädchen mit dem langen Haar, das im Turm gefangen ist und hinaus will – in klassischer Disney-Art mit viel Kitsch, Drama und Witz.

Für die Darstellung von Rapunzels Wahnsinnshaar (21 Meter lang) musste extra eine eigene Software entwickelt werden. Die Produktionskosten für den Film lagen bei 260 Millionen Dollar, weltweit spielte er rund 570 Millionen Dollar ein.

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