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Express.de | Kuriose Lebensläufe: Das wurde aus den Grünen-Gründern
08. March 2013
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Kuriose Lebensläufe: Das wurde aus den Grünen-Gründern

Dieter Drabiniok in den 80ern...

Dieter Drabiniok in den 80ern...

Sie hatten keine Stühle, keine Tische, keine Büros. Aber jede Menge Visionen.

März 1983: Die Grünen ziehen in den Bundestag ein. 5,6 Prozent bei der Wahl, 28 Abgeordnete machen sich auf dem Weg nach Bonn, darunter Joschka Fischer, Otto Schily und Petra Kelly. Alle im festen Bewusstsein, dass sie in zwei Jahren „freiwillig“ wieder abgelöst werden sollten. „Rotationsprinzip“ nannten sie das.

Es waren: Maurermeister, Lehrer, Esoteriker, Richter, Generäle, Vollbärte, Schrate, Turnschuh-Träger, Busengrapscher, und – ja, das abwertend gemeinte Vorurteil stimmte damals – Müsli-Fresser. Es waren Pazifisten, Öko-Sozialisten, Kommunisten, Fundis, Realos. Aber egal aus welcher Richtung sie kamen – sie waren grün.

Und heute? Alles anders. Wir recherchierten die Lebensläufe aller 55 grünen Abgeordneten der ersten vier Jahre und sprachen mit Ex-Politikern.

Lebt von Hartz IV

Mega-Vollbart, schulterlange Matte, Trainingsjacke, Jeans: Dieter Drabiniok (59). Der Maurermeister aus Bottrop setzte sich 1983 bei der Listenaufstellung gegen Künstler Joseph Beuys durch.

Er kam nur in den Bundestag, weil der Grüne Werner Vogel über seine NS-Vergangenheit stolperte. Heute lebt Drabiniok nach einer Privatinsolvenz „leider von Hartz IV“.

Und welche Ex-Grüne lebt heute als Nonne? Mehr Infos auf der nächsten Seite.

Nonne in den Niederlanden

Über zwei Jahrzehnte galt Karin Zeitler (59) selbst für Vertraute als verschollen. Jetzt fanden wir sie in einem Zen-buddhistischen Zentrum in den Niederlanden – als Zen-Nonne.

„Schwerpunkt – natürlich – Meditation“, sagt die frühere Bildungspolitikerin. Sie heißt heute Myoshin („Mystische Schönheit des Herzens“).

Einer ist übrigens heute FDP-Mitglied. Einfach weiterklicken.

Der Porsche-Fan ist jetzt in der FDP

Er war der erste Grünen-Chef – jetzt ist Norbert Mann (69) in der FDP. Als Teil des ersten Sprecher-Trios wurde Mann 1980 gewählt.

Zwei Jahre saß er im Bundestag und fiel auch durch sein Auftreten auf: Denn er fuhr einen Porsche. Feuerverzinkt, mit „Atomkraft? Nein danke“-Aufkleber. Mann, ein „bekennender Sozial-Liberaler“ (O-Ton), wurde von vielen Grünen deswegen kritisch beäugt.

Der pensionierte Richter mit Wohnsitzen in Mülheim und München erzählt, dass er „1997 ausgetreten“ ist. Der Porsche steht „als Oldtimer in der Garage“.

Eine Ex-Grüne verschwand fast komplett von der Bildfläche...

Parteiaustritt vor 15 Jahren

Völlig abgetaucht – das ist Gabriele Potthast (57). 1993, acht Jahre nach dem Aus im Bundestag, zog die Ex-Lehrerin in ein kleines Dorf nach Mecklenburg-Vorpommern, wo sie ihre zweite Tochter zur Welt brachte und aufzog. Der Vater: ein Schamane. Sie erhält eine Erwerbsminderungsrente.

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