Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Welt sowie Neues vom Sport und der Welt der Promis.

Im Bundestag: Tod und Sterben aus der Tabuzone holen: Abgeordnete debattieren über Sterbehilfe

Die Abgeordneten im Bundestag debattierten über Sterbehilfe.

Die Abgeordneten im Bundestag debattierten über Sterbehilfe.

Foto:

imago/IPON

Berlin -

Die Zahlen: 870.000 Menschen sterben jährlich in Deutschland. Das sind gut ein Prozent der Bevölkerung. Sie sterben im Straßenverkehr, an einem Infarkt. Rund 1.000 (2012) nehmen sich das Leben und viele sterben eben auch nach langer schwerer Krankheit.

Dazu gibt es 2,6 Millionen Pflegebedürftige. 340.000 Menschen sterben jährlich in stationären Pflegeeinrichtungen, viele unter extremen Schmerzen. In Ausnahmefällen wollen diese unheilbar kranken Patienten ihrem Leben ein Ende setzen - und hoffen, da sie meist selbst dazu kaum mehr in der Lage sind, auf Hilfe. Über diese Fälle von Menschen in extremen Lebenslagen debattierte der Bundestag fast fünf Stunden - sensibel, würde- und respektvoll.

Abgeordnete schildern persönliche Erfahrungen

Einige Abgeordnete schilderten ihre persönlichen Erfahrungen mit Sterbenden im privaten Umfeld. Die Parlamentarier hoffen, eine breite öffentliche Diskussion anzustoßen, um dann in der zweiten Jahreshälfte 2015 ein Gesetz verabschieden zu können.

Große Übereinstimmung bestand darin, die Sterbebegleitung, die Palliativ- und Hospizversorgung deutlich auszubauen. Renate Künast von den Grünen sagte: „800.000 Menschen brauchen Palliativmedizin- und Hospizplätze, 35.000 bekommen sie.“ Auch wenn Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) diese Zahlen nicht bestätigen wird, räumt er ein, dass hier wesentlich mehr passieren müsse. Noch vor der Bundestagsdebatte legte Gröhe ein Konzept für eine flächendeckende Palliativ- und Hospizversorgung vor.

Was aber ist, sagte Bundestagsvizepräsident Peter Hintze (CDU) mit belegter Stimme, mit Menschen im Todeskampf, mit „Panik vor dem Erstickungstod“, mit schlimmem Krebsgeschwür im Mund, das schmerzt und stinkt? „Bei einer todbringenden Krankheit geht es nicht mehr um das Ob des Sterbens, sondern um das Wie.“

Hintze will mit anderen Koalitionsabgeordneten Patienten in solchen Extremsituationen unter bestimmten Bedingungen einen vom Arzt unterstützten Suizid ermöglichen. Das solle gesetzlich geregelt werden, um dem Mediziner mehr Rechtssicherheit zu geben.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie die Politik mit Sterbehilfe umgehen will.

nächste Seite Seite 1 von 2