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Haben sie alle belogen?: Griechenland ist bereits zahlungsunfähig

Kann seine Staatsangestellten nicht mehr bezahlen: Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras.

Kann seine Staatsangestellten nicht mehr bezahlen: Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras.

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AP

Athen -

Akropolis, adieu: Die Griechen stehen offenbar viel näher an der Pleite als gedacht: Die Kassen sind leer, die Schulden hoch, die Zahlungsfristen laufen ab. Dabei hatten die Geldgeber Griechenland gerade noch mit einer Galgenfrist bis zum Sommer vermeintlich Luft verschafft. Der Verdacht: Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras (40) und sein Finanzminister Yanis Varoufakis (53) haben die wahre Kassenlage verschwiegen.

Die meisten Experten sind sich einig: Griechenlands Krise ist hausgemacht. Doch wie weit kann man Athen überhaupt vertrauen? Uns liegt ein Brief der griechischen Regierung an den damaligen Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker (60) aus dem Jahr 2012 vor.

Angehängt ist eine lange Liste von Versprechen, staatliche Unternehmen zu privatisieren: Von der Lotterie über Flughäfen und Häfen bis hin zu Kasinos und dem staatlichen Anbieter von Pferderennen – all das sollte bis 2015 Einnahmen von 50 Milliarden Euro garantieren. Auch wegen genau dieser Zusagen billigten die EU-Staaten seinerzeit das große Rettungspaket.

Die Realität heute sieht extrem bitter aus: Gerade mal 6,3 Milliarden Euro nahm Griechenland in den vier Jahren durch Privatisierungen ein. Allein für 2014 und 2015 waren 28 Milliarden versprochen – inzwischen rechnet die EU-Kommission nach einem Bericht des Finanzministeriums aus dieser Woche nur noch mit 3,7 Milliarden.

Helfen die Kreditgeber den Griechen jetzt aus der Patsche? Nein. Eine rasche Auszahlung ausstehender Rettungshilfen der Europartner steht nicht zur Debatte. Zunächst muss Varoufakis die neue Reformliste vorlegen, die dann von den Geldgebern überprüft wird, so ein Sprecher der Eurogruppe.

„Bis zur Auszahlung ist es noch ein weiter Weg“, sagte er. Christian von Stetten (44, CDU), Chef des Unions-Wirtschaftsflügels, zu uns: „Die Europäische Union sollte sich nicht der Insolvenzverschleppung mitschuldig machen.“

Wie ist die Lage? Dramatisch. Der Staat konnte nicht mal sämtliche Februar-Gehälter für seine Bediensteten auszahlen. Und noch diesen Monat müssen die Griechen Verpflichtungen im Umfang von gut 6,85 Milliarden Euro erfüllen. Jetzt hat die Regierung die Rentenkassen und andere öffentliche Institutionen aufgerufen, ihre Geldeinlagen dem Staat zu überweisen.