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Experten sorgen sich : NRW: Hooligans verbünden sich gegen Salafisten

Teilnehmer einer Veranstaltung mit dem islamischen Prediger Pierre Vogel beten.

Teilnehmer einer Veranstaltung mit dem islamischen Prediger Pierre Vogel beten.

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dpa

Köln -

Bislang haben sie sich gegenseitig die Köpfe eingeschlagen. Jetzt bilden die Hooligans von verschiedenen Fußballvereinen in NRW eine ungewöhnliche Allianz gegen die Salafisten!

In Dortmund kamen zuletzt 350 gewaltbereite Fans zusammen, um gegen den Hassprediger Pierre Vogel zu protestieren.

Ein Sprecher der Polizei in Mönchengladbach sagte dem EXPRESS, bei der Gruppe handele es sich um „Alt-Hooligans“, die sich in Kneipen Fußballspiele ansähen, weil sie in der Regel Stadionverbot hätten. Die Demos gegen den Salafismus sollen von eigenen Straftaten ablenken, vermutet Arnold Plickert, Chef der Gewerkschaft der Polizei in NRW. An der „Mahnwache“ in Dortmund nahmen auch Politiker rechtsextremer Parteien teil.

Karsten Rudolph, Professor am Institut für soziale Bewegungen an der Ruhruniversität Bochum, sorgt sich. „Der Zusammenschluss von Hooligans gegen Salafisten kann eine Spirale der Gewalt auslösen“, sagte der 52-Jährige dem EXPRESS. Beide Gruppen stellten das Gewaltmonopol des Staats in Frage.

Bislang habe sich die Hooligan-Szene unpolitisch gegeben. Rudolph: „Jetzt haben wir eine neue Situation – der Geist ist aus der Flasche.“

Ein Sprecher von NRW-Innenminister Ralf Jäger (53, SPD) betonte, die Sicherheitsbehörden hätten die Gruppe „Hooligans gegen Salafisten“ fest im Blick.