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Erschreckende Zusammenarbeit: Migranten-Rocker greifen nach der Macht

Brutales Auftreten: Das sind die Rocker des kurdischen Clubs „Median Empire“.

Brutales Auftreten: Das sind die Rocker des kurdischen Clubs „Median Empire“.

Foto:

medianempire.com

Köln -

Sie sind knallhart, brutal und gewinnen immer mehr Macht in der Szene: Rocker mit Migrationshintergrund. Doch das reicht ihnen nicht.

„Seit einigen Jahren mischen die Kanaken ordentlich mit“, sagt Erkan (Name geändert), ein einflussreicher Bandido aus NRW. Türken, Kurden, Araber und Perser. Die Rockerclubs haben früher keine Migranten aufgenommen, doch vor einigen Jahren haben sie sich geöffnet. „Wenn die einen Kanaken haben, müssen die anderen nachziehen.“ Kanaken, er benutzt dieses Wort mit Stolz.

Erkan sitzt in einer Teestube irgendwo in NRW. Den Oberkörper hat er lässig nach hinten gelehnt. Erkan trägt ein enges T-Shirt, es betont seine Muskeln. „Die Ausländer sind brutal, die freuen sich, wenn es Stress gibt.“ Erkan weiß, wovon er spricht. Schon oft war er in gewalttätige Auseinandersetzungen verwickelt.

Migranten in der Mehrzahl

In vielen Orten bilden Migranten inzwischen die Mehrheit unter den Bandido-Mitgliedern. So auch im Rheinland. Hier sind die einflussreichsten der Tunesier Brahim Z. (37) und der Deutsch-Iraner Ramin Y. (24). Z. ist Präsident der Kölner Bandidos, gegen ihn wird derzeit ermittelt.

Vorwurf: Drogen, Körperverletzung und Freiheitsberaubung einer jungen Frau. Y. ist Präsident der Bandidos in Leverkusen. Genau wie Brahim Z. steht er unter Verdacht, im Januar in Mönchengladbach einen Mann niedergestochen zu haben.

Auch bei den Hells Angels gewinnen Migranten an Einfluss. Bis zu ihrem Verbot hatten die Kölner Hells Angels sechs von ihnen in ihren Reihen. Ihr Job: Kontakt pflegen zu den Unterstützergruppen. Denn dort sind fast 80 Prozent der Mitglieder Ausländer. Unterstützergruppen sind der Nachwuchs der Rocker. „Die Kanaken übernehmen die Macht“, sagt ein Mitglied der Szene.

Früher kämpften die Hells Angels und die Türken um die Vormachtstellung an den Kölner Ringen – heute arbeiten sie zusammen. Und auch wenn die Angels verboten sind: Ihre Aktivitäten haben sie nicht eingestellt.

Ein Höllenengel berichtet Erschreckendes über seine türkischen und arabischen Kollegen: „Sie sind gewaltbereiter als Deutsche. Besonders wenn es darum geht, Prostituierte gefügig zu machen. Es gab mehrere Fälle, bei denen sie Frauen geschlagen und vergewaltigt haben. Währenddessen haben sie ihnen die eigenen Namen tätowieren lassen.“ Damit drücken sie aus: Du gehörst mir!

Vorteile auf beiden Seiten

Die neue Zusammenarbeit zwischen Migranten und Rockerclubs bringt Vorteile für beiden Seiten: Die Bandidos und Hells Angels brauchen die brutalen Migranten im Rockerkrieg (siehe Text unten). Und die Migranten haben durch die Rockerstrukturen Hunderte Männer hinter sich.

Doch nicht alle Rocker mit Migrationshintergrund wollen zu den Hells Angels oder Bandidos. Einige machen ihr eigenes Ding. Im November 2011 hat sich in Köln Median Empire MC gegründet. Ein Rockerclub, der mehrheitlich aus Kurden besteht.

Die Gruppe wächst schnell: Ableger gibt es laut Rocker-Homepage inzwischen in Nürnberg, Karlsruhe und Duisburg. Sogar in Schweden und Dubai soll es Chapter geben.

Der Name „Median Empire“ bezieht sich auf das medische Reich, das vom 8. bis zum 6. Jahrhundert vor Christus bestand. Viele Kurden sehen sich als Nachfahren der Meden.

Chef der Truppe ist ein gewisser „Azad“ (31), ein Kurde mit iranischen Wurzeln. Er war zuvor Mitglied der Mongols, ist dort aber ausgetreten. Der ehemalige PKK-Aktivist gilt als hochintelligent (spricht sechs Sprachen).

Noch waren die Median-Rocker nicht in die großen Auseinandersetzungen in der Szene verwickelt. Doch niemand weiß, wie lange es so bleiben wird.