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Erfolgreichstes Musik-Label: Hausbesuch bei Deutschlands Hit-Fabrik

Für den optimalen Sound sorgt Studioleiter Daniel Coros.

Für den optimalen Sound sorgt Studioleiter Daniel Coros.

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Nicole Gehring

Düsseldorf -

Kennen Sie Kollegah, Genetikk, Casper, 257er, Favorite oder Farid Bang? Ihr Kind ganz bestimmt! Denn es sind diese Rapper, die die Musik-Schmiede „Selfmade Records“ zur erfolgreichsten Plattenfirma Deutschlands gemacht haben. Wir waren auf Hausbesuch bei den Hitmachern.

Es ist kein schicker, großer Glaspalast, nein, wir sind in einer Düsseldorfer Nebenstraße, in der Nähe vom Hauptbahnhof – in zwei Büro-Räumen.

EMI? Universal? „Die Möglichkeiten und Zugriffe auf eigene Medienkanäle haben sich verändert“, sagt Elvir Omerbegovic (34) selbstbewusst, als er uns in sein kleines Büro führt. „Wir können unseren Künstlern hier alles bieten, was eine Mega-Firma kann - aber wir sind schneller und beweglicher.“ Sein Label „Selfmade Records“ kann vor allem eins: Erfolg!

Kein anderes Label hatte im letzten Jahr laut „Media Control“ so viele Nummer-eins-Alben im Repertoire.

Omerbegovic, geborener Düsseldorfer mit jugoslawischen Wurzeln, hat sein „Baby“ seit 2005 kontinuierlich aufgebaut.

Seine Geschichte: Leistungssportler (Basketball), Politik-Studium in Düsseldorf, dann kurzzeitig Umzug nach Köln. "Köln ist sehr urban und hip-hop-affin. In Düsseldorf hat man mehr Ruhe." Deshalb ging er zurück in seine Heimatstadt.

Die genaue Adresse wird nicht bekannt gegeben. „Sonst würden uns die Fans hier die Bude einrennen.“ Und das wegen Männern wie Felix Blume (29) alias „Kollegah“.

Der Rap-Superstar, der uns gleich das Tonstudio zeigen wird, erklärt: „Ich kann nicht mehr unerkannt auf die Straße gehen, das ist ganz schön nervig.“

Bei Menschen unter 25 ist Kollegah bekannt wie ein bunter Hund. „Ständig wollen Jungs Autogramme und Mädels meinen Bizeps anfassen“, grinst er. Posen gehört zur Attitüde.

Aber der Erfolg des Labels beruht nicht auf Angeberei. Die „Selfmade“-Macher haben eine Nase für gute Rapper.

„Hier sind nur Leute unter Vertrag, die richtig was können“, findet Kollegah. „Deshalb arbeiten wir Label-Künstler auch untereinander zusammen.“ Mit Farid Bang (27) etwa nahm er bereits zwei gemeinsame Nummer-1-Alben („Jung, brutal, gut aussehend“) auf.

Und das nicht in dem Büro – an der Wand hängen Goldene und Platin-Schallplatten – sondern zwei Blocks weiter, im „Selfmade“-Tonstudio.

Es ist angemietet, doch Studioleiter Daniel Coros (32) betont: „Ich fühle mich inzwischen als ein Teil von Selfmade.“ So wie rund 25 Angestellte und freie Mitarbeiter in der ganzen Republik.

Angefangen hat Label-Boss Elvir Omerbegovic allein. Heute haben sie sich einen alten Traum erfüllt: Vom Musik-Liebhaber zum „Selfmade“-Man.