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Drama in Menden: Rentner (79) rast in Schützen-Umzug - Tote

Menden - Um 15.49 Uhr verändert sich das Leben in Menden. Die 58.000-Einwohner-Stadt im Sauerland erlebt ihre größte Katastrophe, seit sie im Zweiten Weltkrieg von Bomben stark zerstört wurde.

Sonntagnachmittag, die Sonne kommt endlich durch. Die Schützengemeinschaft St. Hubertus feiert ihren neuen König Erich Priemer mit einem großen Umzug. Kurz bevor die Parade zum Festplatz abbiegt, geschieht das Drama.

Karl-Heinz G. (79) steuert mit seiner schwarzen Mercedes A-Klasse über den Bürgersteig an der Kreuzung Stiftstraße/Schwitter Weg vorbei an den Zuschauern am Straßenrand. Mit voller Geschwindigkeit rast G. in den hinteren Teil des Zuges.

Wie Kegelpuppen werden Körper durch die Luft geschleudert. Der Mercedes fährt weiter, kommt erst zum Stehen, als er den Polizeiwagen rammt, der die Kreuzung sichern sollte.

Für die Schützenbrüder Horst Z. (69) und Thomas N. (40), kommt jede Hilfe zu spät. Zunächst verkündeten die Behörden, dass auch ein dritter Mann (der 34-jährige Stefan S.) verstorben sei.

Doch gestern um 22 Uhr sagte ein Feuerwehrsprecher dem EXPRESS: „Der Mann konnte reanimiert werden.“ Stefan S. wurde in eine Kölner Spezialklinik verlegt. 14 weitere Menschen wurden schwer verletzt, 37 leicht, darunter Augenzeugen, die Schocks erlitten.

Die Fassungslosigkeit ist riesig. „Die Leute haben geschrien und sind umhergelaufen, es war schrecklich“, sagte Ivo Bitangar (72), der nahe der Unglücksstelle das Restaurant „Bei Ivo“ betreibt. „Ich habe gedacht, das ist ein Attentat”, sagte Bürgermeister Rudolf Düppe (61) mit zitternden Händen.

Doch die Polizei glaubt: Es war keine geplante Tat. Sie spricht von einen „tragischen Unfall“. Karl-Heinz G., der nach der Kollision minutenlang auf einer Mauer neben seinem Auto saß, ist ebenfalls leicht verletzt. Er soll schon bald vernommen werden. Möglicherweise hatte er eine Herzattacke erlitten.

Das Schützenfest wurde abgebrochen. Über 100 Ärzte, Seelsorger und Feuerwehrleute kümmerten sich in der Schützenhalle um die Betroffenen. Dort, wo eigentlich das große Fest gefeiert werden sollte...

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