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Express.de | Bundeswehr: Kein Scherz! Vielen Soldaten wachsen Brüste
16. January 2013
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Bundeswehr: Kein Scherz! Vielen Soldaten wachsen Brüste

Siegburg -

Sie sind Deutschlands bekannteste Soldaten. Staatsbesuch, Großer Zapfenstreich, Gelöbnis – kaum ein politisches Großereignis, an dem das Wachbataillon der Bundeswehr nicht teilnimmt.

Jetzt zeigt eine Studie Unglaubliches: Überraschend vielen der Soldaten in „Merkels Leibwache“ wachsen Brüste.

Was wie ein schlechter April-Scherz klingt, ist eine ernsthafte Angelegenheit: Die Wachsoldaten haben eine extrem erhöhte Gefährdung, linksseitig an Gynäkomastie zu erkranken. Dabei handelt es sich um die Vergrößerung der Brustdrüse beim Mann.

Gynäkomastie ist eigentlich hormonell bedingt. Mediziner des Bundeswehr-Krankenhauses haben nun herausgefunden: Auch der Dienst im Bataillon kann zu Brust-Wachstum führen. Ursache ist demnach das sich immer wiederholende Anschlagen des Karabiners 98k an die linke Brust, so wie es bei offiziellen Anlässen und in Übungen für den protokollarischen Dienst üblich ist.

211 operierte Gynäkomastie-Patienten in einem Zeitraum von sechs Jahren wurden in der Studie untersucht. 35 von ihnen stammen aus dem Wachbataillon. 26 aus dieser Gruppe wiesen ein Brustwachstum an der linken Seite auf (74 %). Normalerweise treten die Arten der Erkrankungen (links, rechts, beidseitig) ungefähr gleich häufig auf.

Es „zeigte sich eine hochsignifikante Korrelation zwischen der Tätigkeit als Wachsoldat und einer linksseitigen Gynäkomastie“, schreiben die Wissenschaftler um Prof. Björn Krapohl (47), Leiter der Plastischen Chirurgie und Handchirurgie am Berliner Bundeswehrkrankenhaus, in der Studie. Die Erkenntnisse lägen seit 2009 vor, sagt Prof. Krapohl. Krapohl sagt, dass er inzwischen beantragt habe, den Dienst im Wachbataillon zu ändern. Das Führen des Karabiners mit dem Schlag gegen die Brust solle gestoppt werden.

Die Bundeswehr bestätigt, dass dem Ministerium die Studienergebnisse auf der Fachebene zugestellt worden seien. „Die betroffenen Soldaten wurden medizinisch behandelt und individuell therapiert“, so ein Sprecher. Da es sich um eine rückwirkende Studie gehandelt habe, seien nun „weitere Folgeuntersuchungen prospektiver Natur erforderlich“. Das Wachbataillon besteht aus neun Kompanien, sieben in Berlin und zwei in Siegburg. An die Aufnahme in die stolze Truppe sind strenge Voraussetzungen geknüpft.