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Express.de | „Sofort dabei“: „Tatort“-Star Oliver Mommsen will ins Dschungelcamp
15. March 2015
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„Sofort dabei“: „Tatort“-Star Oliver Mommsen will ins Dschungelcamp

Im „Tatort“ spielt Mommsen an der Seite von Sabine Postel.

Im „Tatort“ spielt Mommsen an der Seite von Sabine Postel.

Foto:

Radio Bremen/J??rg Landsberg

Es ist die Fernseh-Woche von Oliver Mommsen. Erst ermittelt er als Kommissar Stedefreund in seinem neuem Tatort „Die Wiederkehr“ – dann folgt ein eigener Fall des gebürtigen Düsseldorfers. Der „Tatort“: La Paz. Das „Corpus delicti“: Dreckige Schuhe…

Am Dienstag Abend (22 Uhr) läuft im WDR eine Dokumentation, die dich als Schuhputzer in Bolivien zeigt. Wie kam’s dazu?

Ich wollte als Schauspieler endlich mal richtige Arbeit machen… (lacht) Im Ernst: Ich engagiere mich seit Jahren für die SOS-Kinderdörfer, weil ich finde, dass man als Fernsehnase auch was an weniger privilegierte Menschen zurückgeben muss. Als dann das Angebot des WDR kam, zugunsten der Organisation „Vamos Juntos“ fand ich das spannend.

Wer weiß schon was über Schuhputzer in La Paz außerdem war das auch für mich eine tolle Chance, in fremde Welten einzutauchen. Ich habe von der Schuhputzerin Esther, die mich dort aufgenommen und herumgeführt hat, auch viel für mein eigenes Leben gelernt.

Zum Beispiel?

Wenn ich mal zum Beispiel wieder in der Bahn sitze und mich über eine Verspätung ärgere, dann denke ich jetzt an Esther – und dann: Was bist Du für ein Idiot? Die Frau arbeitet den ganzen Tag und schläft nur vier Stunden, um alles auf die Reihe zu kriegen. Da sind die meisten Sorgen, die wir hier haben, Kinderkram gegen.

Wie hat es sich angefühlt, in dieser kleinen, kalten Rumpelkammer zu schlafen?

Schrecklich! Die Tage waren toll und voller Erlebnisse, aber in den Nächten habe ich mehrfach darüber nachgedacht, hinzuschmeißen. Ich habe keinen Sinn darin gesehen, da stundenlang zu frieren.

Du bezeichnest das in der Reportage selbst als "wie im Dschungelcamp". Wann machst Du da mit?

Wenn die richtige Besetzung zusammen kommt bin ich sofort dabei. Wär doch mal eine Idee, ein Dschungel-Tatort-Special zusammen zu stellen. Wir würden das ordentlich aufmöbeln, nach dem letzten langweiligen Camp. Aber alles, was in Richtung Scripted Reality geht – also Wirklichkeit vorgaukelt, wo keine ist - ist mir zuwider. Ich kann verstehen, warum die Produzenten da Dinge vorgeben, wenn es ihnen zu langweilig erscheint. Aber ich muss das ja nicht mögen.

Hast Du eigentlich die Römische Geschichte, für die dein Ururgroßvater den Nobelpreis bekam, gelesen?

Nein, immer noch nicht. Das steht seit Langem auf meiner Liste. Aber ich muss ja schon beruflich soviel lesen – da rückt das immer wieder auf Platz 2. Ich hoffe aber, dass ich es in diesem Leben noch schaffe. Das ist schließlich große Literatur.

Euer nächster Tatort ist ein vor allem am Ende ziemlich trauriges Familien-Drama. Wie nahe gehen Dir als Familienvater solche Geschichten?

Natürlich macht das was mit mir. Aber das ist ja auch gut. Wenn ein Drehbuch Emotionen in mir auslöst, dann ist es für mich als Schauspieler viel leichter das auch zu spielen. Manchmal bin ich beim ersten Lesen total angewidert und schmeiße das Buch zur Seite. Aber auch das ist gut.

Deine Kinder dürfen inzwischen Tatort gucken, hast Du mal erzählt. Wie ernst nimmst Du ihre Kritik?

Da kommt meistens nicht viel – weil die den Tatort langweilig finden. Für die ist es ja ganz normal, dass der Papa wieder in der Kiste zu sehen ist. Ich gucke die Fälle ja immer vorab. Wenn die das dann sehen, bleiben sie schon mal stehen und sagen: „Cool gemacht!“ Das ist aber auch das Höchste der Gefühle. Das ist so wie bei Hugh Jackman. Als der seiner Frau gesagt hat: „Hey Baby, du gehst heute mit dem Sexiest Man Alive ins Bett?“, musste sie loslachen.

Was würde deine Frau sagen, wenn Du gewählt würdest?

Die würde richtig losprusten – und wäre überzeugt, dass das eine Verwechslung sein muss! (lacht)

Das Tatort-Karussell dreht sich momentan immer schneller - selbst Fans steigen manchmal kaum mehr durch, wer gerade aktuell wo ermittelt.

Ich bin dankbar, dass Sabine und ich in einer Zeit angefangen haben, als der Tatort Hype noch nicht so groß war. Wir durften uns noch eingrooven, und standen nicht unter dem Druck gleich einschlagen zu müssen wie ne Bombe. Das hat uns gut getan, Mittlerweile gehen sehr schnell die Daumen hoch oder runter, und plötzlich ist ein Team weg, daß vielleicht erst beim dritten oder vierten Fall zur Hochform aufgelaufen wäre.

Du bist ja auch seit 18 Jahren mit deiner Frau zusammen, seit 8 Jahren verheiratet. Wie verhindert man langweilige Routine in der Beziehung?

Wir sehen uns kaum! (lacht) Dieses Zirkus-Leben als Schauspieler ist dafür wirklich hilfreich. Wenn ich dann nach ein paar Wochen zurück komme, wie jetzt, dann freue ich mich wie ein Schneekönig. Ich möchte jetzt meine Kinder wieder riechen, meine Frau wieder knutschen. Das ist total großartig. Manchmal fühlt sich das an wie die erste Verabredung.

Wird deine Frau eigentlich eifersüchtig, wenn dich fremde Frauen auf der Straße um ein Foto bitten?

Nein, die ist ja auch auf dem Business, die weiß wie es läuft. Auch am Set. Wenn wir dann mal telefonieren und ich muss drehen, muss ich nicht viel sagen – die legt dann schon vor mir auf… (lacht)