Mit Dreitagebart und neuer Kurzhaarfrisur steht Fernando Alonso (31) auf der Bühne des Ferrari-Werks in Maranello. Der Spanier blickt auf seinen neuen Dienstwagen und lächelt. Endlich hat er wieder eine „Rote Göttin“.
Da steht er, der F138 (eine Kombination aus 2013 und 8-Zylinder). Der rote Vettel-Jäger – made in Köln! Die hässliche Höckernase des Vorgängermodells F2012 ist weg. Glattgebügelt im Toyota-Windkanal in Marsdorf, wo Ferrari den F138 komplett entwickeln ließ.
Schönheits-OP gelungen – Fahrer glücklich. „Che bello“, sagt Alonso, der sich auf Anhieb in seine Kölner Göttin verliebte. Weil Ferraris Windkanal in Maranello veraltet ist und widersprüchliche Daten lieferte, verlegte Präsident Luca di Montezemolo (65) die Entwicklung nach Köln. Er traut den Toyota-Spezialisten zu, aus dem soliden, aber langsameren F2012 einen ebenbürtigen Red-Bull-Gegner zu machen.
„Jetzt müssen wir gewinnen“, fordert der Renngraf, der unter der titellosen Zeit seit Kimi Räikkönens (33) Glücks-WM 2007 leidet. Das ließ er auch seinen Teamchef Stefano Domenicali (47) spüren. Erst versuchte di Montezemolo, Red-Bull-Teamchef Christian Horner (39) samt Designguru Adrian Newey (54) abzuwerben.
Weil Brausemilliardär Dietrich Mateschitz (68) beide mit Millionen-Beträgen zum Bleiben bis 2017 überredete, bleibt Domenicali Teamchef auf Abruf. Da er bei einem erneuten Fehlstart aber gehen müsste, sprach er sicherheitshalber schon mit einem deutschen Hersteller, der mit einem Formel-1-Einstieg ab 2016 liebäugelt (VW bzw. Porsche).
Noch Zukunftsmusik, Ferraris Sieg-Zwang ist Gegenwart. Um bei der zweigleisigen Entwicklung für das „Evolutions-Modell“ F138 und das unter neuem Motor-Reglement komplett neue 2014er-Auto an der Spitze zu sein, holte Ferrari die Aerodynamiker Loic Bigois von Mercedes und Martin Bester von Williams.
Alonso glaubt, dass unter der Doppel-Belastung die in 2012 überraschenden Mittelklasse-Teams wie Sauber und Williams zurückfallen werden: „Ich denke, es gibt zwei oder drei Teams, die die Siege unter sich ausmachen werden, und ich hoffe, dass wir eines davon sein werden.“ Dazu zählt er Red Bull und McLaren – und schreibt damit Lewis Hamilton (Mercedes) und Räikkönen (Lotus) schon vor Beginn der Testfahrten (Dienstag in Jerez) ab.
Rennsport-Puristen werden wehmütig: Der 2,4 l-Motor vom Typ 056 ist der letzte Ferrari-Achtzylinder der Formel 1. Ab der Saison 2014 kommt das neue, spritsparende Motor-Reglement mit V6-Turbo (1,6 Liter) und erweitertem Energie-Rückgewinnungssystem. Zur Ehre der Achtzylinder-Ära nennt Ferrari das 2013er-Auto F138. Der überarbeitete Vorjahresmotor leistet ca. 780 PS.
Wenn es heiß wird, entblättert sich das Pin-Up auf Vettels Helm
Der Badeanzug ist mit schwarzem Thermolack gemalt und wird bei Erwärmung transparent. Auf der Oberseite huldigt Vettel dem Monaco-Sieg von Stirling Moss 1961.
Silberschnecke plötzlich Favorit
Im Fürstentum steht die Mercedes-Welt auf dem Kopf. Für ihr Heimatrennen sind Lewis Hamilton (28) und Nico Rosberg (27) Favorit.
Anklage erhoben: Formel-1-Ära Ecclestone vor dem Ende!
Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung lauten die Vorwürfe Anstiftung zur Untreue und Bestechung. Die Formel 1 könnte schon bald einen neuen Herrscher haben.