Empfehlen | Drucken | Kontakt03.12.2011 - 22:20 Uhr

Über F1-Comeback: Frentzen: „Nach ein paar Runden knickt mir der Kopf weg!“

Von ALEXANDER BÜGE
Heinz-Harald Frentzen lebt mit seiner Frau Tanja wieder im Rheinland.
Heinz-Harald Frentzen lebt mit seiner Frau Tanja wieder im Rheinland.
Foto: imago
Düsseldorf –  

Heinz-Harald Frentzen ist zurück im Rheinland, und das nicht nur, um beim Race of Champions in Düsseldorf in einem Spaßrennen mitzufahren.

Die Frentzens haben ihren Lebensmittelpunkt zurück in die Heimat verlegt. „Ich bin in die Nähe von Düsseldorf gezogen. Das Kennzeichen ist aber nicht Düsseldorf“, lacht der ehemalige Formel-1-Fahrer und freut sich über die kurze Anfahrt an die Strecke:

„So nah habe ich noch nie an der Veranstaltung gewohnt. Außer in Monaco. Da waren es vielleicht doch noch ein paar Meter weniger.“ Hier kommt das Interview mit dem 44-Jährigen, der in der Saison 2011 im ADAC GT Masters an der Seite des ehemaligen Skispringers Sven Hannawald mit einer Callaway Corvette angetreten ist.

Heinz-Harald Frentzen im Interview

Wären Sie gerne gegen Vettel und Co. beim ROC angetreten statt beim Legendenrennen?

Ja, das wäre schon schön, wenn man sie noch mal fahren könnte. Aber es ist ja nicht einfach, gegen diese jungen Wilden anzufahren, die noch voll in ihrem Saft stehen. Ich gehöre eher zu den alten Eisen, weil ich ja professionell seit 2006 nicht mehr im Motorsport bin. Darum hatte man wohl eher Nachsicht mit mir, weil ich doch schon etwas älter bin ...

Sie waren in Singapur Rennkommissar und mussten Michael Schumacher verwarnen. Wie war das für Sie?

Ja, das hat Spaß gemacht (lacht). Nein, im Ernst. Es ist ja nicht Sinn der Sache, dass wir ehemalige Kollegen bestrafen und Spaß daran haben, sondern es geht darum, dass wir den anderen Stewards bei schwierigen Entscheidungen zur Seite stehen.

Kribbelt es in den Fingern wenn man sich die Formel so hautnah anschaut?

Mich interessiert das Ganze nach wie vor schon sehr, auch aus technischer Sicht. Die Formel 1 ist natürlich immer noch die Topklasse im Motorsport.

Würden Sie denn gerne in die Formel 1 zurückkehren?

Just for fun, ja. Nachdem ich aufgehört hatte mit der Formel 1 und schon 2005 DTM gefahren bin, wurde ich noch mal gefragt ob ich zurückzukommen wolle. Aber so etwas muss man wirklich wollen, und ich wollte das damals nicht. Die Chemie muss stimmen und zwar im ganzen Team. Anders ist es nur dann, wenn man direkt in ein Topteam kommt, wo man auf Anhieb Rennen gewinnt.

Wären Sie denn noch fit genug?

Um mit einem Formel-1-Auto zu fahren, müsste man sich erst ein paar Monate wieder fit machen. Nicht so sehr die Arme oder Beine, sondern eher die Nackenmuskulatur und die Schultern, damit man überhaupt im vollen Tempo mehr als zwei Runden fahren kann. In hohem Tempo zu fahren, traue ich mir schon zu. Rein körperlich würde ich vielleicht ein paar Kurven durchhalten, aber danach würde der Kopf einfach wegknicken.

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