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Todesangst: Fahrer drohen mit Boykott von Nürburgring-Rennen

Der geplatzte Reifen von Lewis Hamilton.
Der geplatzte Reifen von Lewis Hamilton.
 Foto: AP/dpa
Silverstone –  

Platzt nach den Reifen jetzt auch der Deutschland-Grand-Prix? Nachdem in Silverstone gleich vier Reifenplatzer für Chaos sorgten, haben die ersten Formel 1-Fahrer jetzt mit einem Boykott gedroht.

„Das ist einfach nicht akzeptabel. Sie machen erst etwas, wenn jemand verletzt wird“, schimpfte Mercedes-Pilot Lewis Hamilton. Der Weltverband FIA berief eine Krisensitzung für Mittwoch ein, Präsident Jean Todt drängte Reifenhersteller Pirelli zu schnellen Lösungen. Ändert sich bis zum Wochenende nichts, könnten die Fahrer streiken. „Darüber werden wir ganz sicher diskutieren. Für unsere Sicherheit könnten wir das tun“, sagte Ferrari-Pilot Felipe Massa.

Ferrari-Pilot Felipe Massa war einer von vier Fahrern, die vom geplatzten Reifen betroffen waren.
Ferrari-Pilot Felipe Massa war einer von vier Fahrern, die vom geplatzten Reifen betroffen waren.
 Foto: dpa

Fahrer in Todesangst

Nur mit Glück ist am Wochenende nichts passiert. Bei einem Reifenplatzer bei 300 km/h grenzt das schon an ein Wunder. „Ich hatte richtig Angst“, gestand der eher hartgesottene Spanier Alonso. Via Twitter veröffentlichte der WM-Zweite eine TV-Aufnahme von einem fliegenden Reifenteil, das sich bei 288 Stundenkilometern direkt vor ihm vom McLaren des Mexikaners Sergio Perez löste. „Ich hatte Glück, es hat mich um einen Zentimeter verpasst“, sagte Alonso. „Wenn dir das ins Gesicht oder auf den Sturzhelm fällt, reißt es dir das Genick ab“, warnte Niki Lauda. „Wir riskieren unser Leben und wenn das wieder passiert, wollen wir nicht, dass jemand stirbt“, sagte Perez.

Rennen vor Abbruch

Wie FIA-Renndirektor Charlie Whiting nach dem Rennen verriet, stand das Rennen in Silverstone kurz vor dem Abbruch. „Wir haben etwas gesehen, dass wir nicht verstehen“, bekannte Pirelli-Motorsportdirektor Paul Hembery und beteuerte: „Wir nehmen das Thema sehr ernst.“ Das italienische Unternehmen aber ist keineswegs der Alleinschuldige an dem Desaster.

Der neue Reifen mit höherem Verschleiß wurde ausdrücklich auf Wunsch der Formel 1 zur Verbesserung der Show eingeführt. Als sich zu Saisonbeginn die Pannen und Klagen häuften, bot Pirelli Änderungen an. Doch Lotus, Ferrari und Force India, deren Autos gut mit den Reifen zurechtkommen, blockierten eine Reform.

Neues Indianapolis droht

Nun ist die Frage, ob sich diese Reformen bis zum Rennen in der Eifel realisieren lassen. Sonst droht der Formel 1 ein Skandal, wie 2005 in Indianapolis. Damals haben fast alle Teams ihre Autos in der Box gelassen, weil die Michelin-Reifen den Belastungen auf der US-Strecke nicht standhielten.

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