Empfehlen | Drucken | Kontakt19.03.2010 - 19:02 Uhr

Red-Bull-Panne: Theorie: Vettel ging der Sprit aus

Von OLIVER REUTER
Sebastian Vettel
Sebastian Vettel
Foto: dpa
Woking/Köln –  

Wenn einem Formel-1-Fahrer das Benzin ausgeht…

Was sich anhört wie ein schlechter Scherz, ist Schumis Mercedes-Kollege Nico Rosberg (24) gerade erst passiert.

McLaren-Boss Ron Dennis
McLaren-Boss Ron Dennis
Foto: Getty Images

Auf der Autobahn ist mir der Sprit ausgegangen. Weil die nächste Tankstelle nur einen Kilometer entfernt war, wollte ich nicht den Pannen-Service anrufen“, erzählt Rosberg. „Was ich allerdings nicht wusste, war, dass da ein paar ziemlich große Hügel dazwischen waren. Mit dem 10-Liter-Kanister war das auf den Rückweg schon recht interessant.“

Eine lustige Panne. Sebastian Vettel (22) kann aber vermutlich nicht darüber lachen. Dem Red-Bull-Pechvogel soll das gleiche im Rennen in Bahrain passiert sein. Zumindest wenn stimmt, was jetzt Ron Dennis erzählt. Der McLaren-Boss glaubt nicht an die Renault-Version, ein Zündkerzen-Defekt habe zum Verlust von 75 PS Leistung und des sicheren Sieges geführt.

„Die Rundenzeiten sind so rapide gesunken, dass man sich vorstellen kann, dass die elektronische Steuerung auf ein konservatives Programm umgeschaltet hat, um Benzin zu sparen“, sagt Dennis bei der Enthüllung seines Supersportwagens MP4-12C. Das würde aus seiner Sicht erklären, warum Vettel erst drei Sekunden langsamer als die Spitze war, aber in den letzten Runden wieder Top-Zeiten gefahren sei und Platz vier gegen Rosberg verteidigen konnte.

Eine gewagte Theorie, für die aber zwei Dinge sprechen: 1. Dennis' Firma McLaren Electronic Systems liefert allen Teams die Standard-Elektronik (ECU). So weiß er aus erster Hand, wie die ECU ein Auto bei zu hohem Benzinverbrauch einbremst, damit der Fahrer nicht vor Rennende liegen bleibt. Nachtanken ist ja seit Saisonbeginn verboten.

2. Dennis weiß aus zehn gemeinsamen Jahren, dass Star-Designer Adrian Newey gerne (zu) enge Blechkleider schneidert: „Das Problem des Red Bull könnte ein Designproblem sein.

Entweder er hat einen zu kleinen Tank oder der Verbrauch ist höher als man erwartet hat.“ Was er meint: Im Glauben an den sparsamen Renault-Motor könnte sich Vettel-Renningenieur Guillaume Rocquelin bei der Benzin-Kalkulation verrechnet haben.

EXPRESS fragt nach bei Renault: Was war in Bahrain wirklich los? Technikchef Rob White: „Die Analyse, um den Grund für Vettels Motorproblem zu identifizieren, dauert an. Das Problem wurde bei einer Zündkerze gefunden, aber wir haben keinen Grund einen Defekt an der Komponente selbst zu vermuten.“ Der Fall bleibt mysteriös. Und Vettel fehlen 13 Punkte!

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