Der Motorrad-Rennsport trauert um Shoya Tomizawa. Der Japaner starb am Sonntag nach einem schweren Unfall beim WM-Lauf von San Marino im italienischen Misano. Er wurde nur 19 Jahre alt.
Tomizawa war im Rennen der Moto2 in der 12. Runde gestürzt. Die hinter ihm fahrenden Scott Redding (Großbritannien) und Alex de Angelis (San Marino) konnten nicht mehr ausweichen und überrollten den am Boden liegenden Japaner.
Unfassbar: Das Rennen der Moto2 in Misano wurde nach dem schweren Unfall noch nicht einmal unterbrochen.
Tomizawa erlitt Frakturen am Oberkörper und einen Schädelbruch, zudem traten schwere innere Blutungen auf. Nach einem Herzstillstand wurde der Japaner an der Strecke zunächst wiederbelebt, doch die Ärzte konnten sein Leben nicht retten.
Um 14.20 Uhr Ortszeit starb der Suter-Pilot im Krankenhaus von Riccione.
Shoya Tomizawa fuhr seine ersten Rennen mit drei Jahren auf Pocketbikes. Mit 15 kam der in Chiba Geborene dann in die japanische Meisterschaft. Im Jahr 2008 wurde er dort in der 250-Kubikzentimeter- Klasse Zweiter.
In den Jahren 2006 und 2007 startete Tomizawa in der WM mit Wild Cards in der 125er-Klasse beim Japan-Grand-Prix.
Seit 2009 fuhr er als permanenter WM-Starter in der 250-ccm- Klasse, die in diesem Jahr in der Moto2 aufging. Gleich das erste Rennen in der neuen Klasse am 11. April 2010 in Katar gewann der für das Technomag-CIP-Team startende Japaner und schrieb damit Motorrad- WM-Geschichte. In Jerez gelang ihm beim zweiten Rennen Platz zwei.
Es waren die beiden einzigen Podestplätze seiner Karriere.
"Das ist, wie wenn ein Familienangehöriger stirbt", sagte der deutsche Suter-Pilot Stefan Bradl, der um 12.36 Uhr Sekunden nach dem Unfall an Tomizawas reglosem Körper vorbeigerast war. Auch Superstar Valentino Rossi war tief betroffen. „Wenn so etwas passiert, ist alles andere nicht mehr wichtig. Er war ein sympathischer Fahrer. Ich habe gehofft, es wären nur schwere Verletzungen“, sagte der neunmalige Weltmeister aus Italien.
Erst in der vergangenen Woche war der 13 Jahre alte US-Nachwuchsfahrer Peter Lenz im Rahmenprogramm des Großen Preises der USA in Indianapolis tödlich verunglückt. Die beiden Todesfälle werden in den nächsten Tagen eine neue Sicherheitsdebatte auslösen.
Redding, der diverse Knochenbrüche erlitt, wurde im Streckenkrankenhaus behandelt. Auch Alex de Angelis, dessen Maschine Tomizawa ebenfalls erfasst hatte, war schockiert. "Das war der schlimmste Sturz meiner Karriere. Ich habe alles versucht, um nur das Motorrad und nicht ihn zu erwischen", sagte der unverletzte frühere Vize-Weltmeister mit zitternder Stimme.
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