Empfehlen | Drucken | Kontakt05.03.2010 - 22:21 Uhr

Noch ohne Wunder-Diffusor: Schumi verteidigt Risiko-Taktik

Von OLIVER REUTER
Schumi fuhr den Silberpfeil bei den Tests noch ohne Wunder-Diffusor.
Schumi fuhr den Silberpfeil bei den Tests noch ohne Wunder-Diffusor.
Foto: Reuter
Köln –  

Nur noch acht Tage bis zum Schumi-Comeback, und der rückfällig gewordene Rentner scharrt mit den Hufen: „Endlich geht die Saison los! Ich fühle mich ein bisschen wie ein Kind vor Weihnachten, denn die Entscheidung für mein Comeback ist so lange her, dass ich es jetzt kaum noch abwarten kann.“

Die Ungewissheit und Skepsis der Testfahrten ist endgültig Optimismus gewichen: „Ich glaube, dass wir nächstes Wochenende in Bahrain unter den Top-Teams sein können.“

„Natürlich ist es immer schwierig, von den Testergebnissen auf die wahre Leistung zu schließen – und das gilt dieses Jahr noch mehr als sonst“, sagt der Mercedes-Superstar im Hinblick auf die verschiedenen Spritmengen der Konkurrenten (wegen Nachtankverbot wurde viel experimentiert). Aber Schumi ist zufrieden: „Der letzte Test in Barcelona hat uns gezeigt, dass wir konkurrenzfähig sein sollten.“

Teamchef Ross Brawn (55) lehnt sich sogar noch weiter aus dem Fenster: „Unser Ziel ist es immer, das nächste Rennen zu gewinnen. Und das nächste Rennen ist Bahrain.“ Hoppla, das klang vor zwei Wochen noch ganz anders.

Auch bei Schumi. „Es ist wichtig, gleich von Anfang der Saison an vorne dabei zu sein, und ich bin zuversichtlich, dass wir das sein werden“, sagt er, nachdem er an seinem vorletzten Testtag noch gemotzt hatte: „Es läuft noch nicht rund. Unser Ziel muss es derzeit sein, dass die anderen uns nicht abhängen.“

Der Glaube an den neuen Wunder-Diffusor, den Brawn aus Angst vor Spionage in den Tests nicht ans Auto schraubte, muss groß sein. Der doppelte Unterboden soll den Silberpfeil zum Siegerauto machen: „Wir wissen, dass wir in Bahrain noch einige neue Teile am Auto haben werden, die uns voranbringen sollten.“

Doch die Gefahr mit der ungetesteten Technik ist, sich in den Trainings zu verzetteln, wenn gleichzeitig noch Abstimmungsarbeit zu erledigen ist. „Das war von Anfang an unser Plan“, behauptet Schumi. „Du kannst natürlich die Dinge vorantreiben und sagen, du willst alles beim letzten Test dahaben. Du verlierst dann aber natürlich auch zwei Wochen Entwicklungszeit.“

Er verteidigt Brawns Risiko-Taktik: „Willst du maximale Leistung mit natürlich einem kleinen Risiko, oder gehst du auf Risikofreiheit und nicht maximale Leistung.“ Hoffen wir, dass die Taktik aufgeht.

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