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Neues Auto und neues Team: Eine schrecklich neue Silber-Familie

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Die neue Mercedes-Familie: Toto Wolff, Lewis Hamilton, Nico Rosberg und Ross Brawn (v.l.) mit dem neuen F1 W04.
Die neue Mercedes-Familie: Toto Wolff, Lewis Hamilton, Nico Rosberg und Ross Brawn (v.l.) mit dem neuen F1 W04.
Foto: Getty Images
Jerez –  

Der neue Silberpfeil ist da. Nico Rosberg (27) fuhr die ersten Runden im Mercedes F1 W04 in Jerez. Allerdings nur für Filmaufnahmen. Den ersten Test fährt er am Dienstag, am Mittwoch übernimmt Schumi-Nachfolger Lewis Hamilton (28).

Die alte Mercedes-Familie: Norbert Haug, Nick Heidfeld und Schumi (v.r.) sind weg, Ross Brawn wackelt. L.: Nico Rosberg
Die alte Mercedes-Familie: Norbert Haug, Nick Heidfeld und Schumi (v.r.) sind weg, Ross Brawn wackelt. L.: Nico Rosberg
Foto: Mercedes

Wird aus der Silber-Gurke endlich ein Siegerpfeil? Teamchef Ross Brawn (58) ließ die hässliche Höckernase mit einer Blende zuspachteln und verspricht einen „deutlichen Leistungs-Schritt“ zum lahmen und anfälligen Vorgänger.

Problem: Das tut er schon seit drei Jahren – und kriegt es nicht hin. Darum ist hochinteressant, wie der neue österreichische Sportchef Toto Wolff (41) Druck macht: „Die Formel 1 ist brutal ehrlich, und was alleine zählt, sind die Rundenzeiten.“
Schon vor dem ersten Test knirscht es in der schrecklich neuen Silber-Familie.

Die von Daimler-Boss Dr. Dieter Zetsche (59) 2010 ins Rennen geschickte „deutsche Nationalmannschaft der Formel 1“ war gescheitert, Michael Schumacher (44) und Sportchef Norbert Haug (60) wurden aussortiert.

Die neuen Heilsbringer sind Hamilton, Aufsichtsrat Niki Lauda (63) und Sportchef Wolff. Dazu soll das Team in Brackley um die vier Ex-Technikchefs Ross Brawn (58), Bob Bell (54), Aldo Costa (51) und Geoff Willis (53) noch mit Paddy Lowe (50) von McLaren aufgestockt werden.

Ein englisches Team mit zwei Ösi-Aufpassern – heikel! Ex-Air-Berlin-Aufsichtsrat Lauda will wie ein Helikopter überm Werk kreisen: „Ich habe die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass unten umgesetzt wird, was von oben gefordert wird.“ Brawn ist „not amused“ und kündigt an: „Paddy wird nicht kommen. Ich bin der Chef und habe vor, es noch ganz lange zu bleiben.“

Schumis altem „Superhirn“ stinkt, dass sein aus Geldmangel von 700 auf 430 Mitarbeiter geschrumpftes WM-Team von 2009 als Gurken-Truppe hingestellt wird. Obwohl es vor allem am um 100 Millionen Euro niedrigeren Budget (145 Mio €) liegt, dass Red Bull, Ferrari und McLaren davonzogen. Und das bleibt auch so! Dr. Zetsche: „Wir haben nicht vor, unser Budget zu erhöhen.“

Wolff schaut Brawn in Brackley auf die Finger, muss sich aber des Verdachts eines Interessenkonflikts erwehren. Der Investor und Rennfahrer (2009 Rundenrekord auf der Nordschleife im Porsche) bleibt trotz Übernahme eines 30-Prozent-Paketes Teilhaber bei Williams und DTM-Ableger HWA.

Einem Konflikt steuern auch Hamilton und Rosberg entgegen. Sie sind seit gemeinsamen Kartzeiten 2000 und 2001 im Mercedes-Benz-McLaren-Team Freunde, doch Rosberg betont: „Als erstes musst du deinen Teamkollegen schlagen.“

Hamilton nimmt’s sportlich und fiebert dem ersten Test am Mittwoch entgegen: „Ich kann es kaum erwarten, das Auto zu fahren und zu sehen, wo ich mich einbringen kann, um das Team gemeinsam mit Nico vorwärts zu bringen.“

Das wird hartes Brot, prognostiziert ihm Ex-McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh: „Lewis wird seinen Wechsel bereuen.“ Hamilton widerspricht, stapelt aber erstmal tief („Ich rechne nicht damit, ein Rennen zu gewinnen.“) und sprach sogar schon von einer möglichen Rückkehr zu McLaren. Britische Zeitungen werten seinen Wechsel als „sportlichen Selbstmord“.

Alles hängt am neuen Auto. Und die Prognosen sind düster. Marc Surer (61): „Mercedes ist auf Rang fünf zurückgefallen, und das Reglement bleibt annähernd gleich. Warum also sollte es besser laufen?“

Schumi kann jedenfalls nicht mehr helfen. Seine neue Rolle als Berater und Markenbotschafter bezieht sich ausdrücklich nicht auf die Formel 1.

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