Schumi ist wieder da! Der Rekord-Weltmeister landete Mittwochabend mit seinem Privatjet in Bahrains Hauptstadt Manama. Ehefrau Corinna ist bei ihm – und auch die Kerpener Freunde Peter Kaiser und Heribert Füngeling begleiten ihn auf seinem Trip „Zurück in die Zukunft“.
Der 41-Jährige wagt ab Freitag das Duell der Generationen mit den bis zu 19 Jahre jüngeren Fahrern wie Sebastian Vettel (22). Mit 38 trat er als siebenmaliger Weltmeister ab, vertrieb sich als Ferrari-Berater mit Kart- und Motorradfahren die Zeit, jetzt will er wieder siegen. „Na, Jungs, habt ihr mich vermisst?“, begrüßt Schumi seine jungen Rivalen per Sky-Videobotschaft in Bahrain.
Über sich selbst sagt Schumi ironisch: „Es ist zwar so, dass ein alter Knabe zurückgekommen ist, aber über das Alter mache ich mir keine Gedanken.“ Es ist aber eine irre Vorstellung: Als Schumi am 25. August 1991 in Spa sein erstes Formel-1-Rennen fuhr, war Vettel erst vier Jahre alt – und fuhr noch Bobbycar! Sein Mercedes-Kollege Nico Rosberg (24) und Ex-Weltmeister Lewis Hamilton (25) waren sechs – und machten erste Fahrversuche im Kart.
Im EXPRESS erzählen die drei Jungstars, wann sie Schumi erstmals trafen, dass sie sich Autogramme holten und wer den Altmeister schon besiegte.
Als 11-Jähriger gewann Sebastian Vettel ein Kartrennen in Kerpen, und der große Schumi überreichte ihm den Pokal.
Der „kleine Seppi“ war stolz wie Bolle: „In Kerpen habe ich als kleiner Bub Michael gleich um mehrere Autogramme gefragt. Die habe ich alle noch. Damals habe ich mehrere Fotos vorbereitet und man traut sich ja dann fast nicht zu fragen.“
Er fragte und siegte weiter. Ein Jahr später nahm ihn Schumi-Entdecker Gerhard Noack unter seine Fittiche. Der Karthändler formte ihn zum besten Fahrer seiner Generation, besorgte ihm den ersten Red-Bull-Vertrag und brachte Vettel in die Formel BMW. Die Schumi-Brüder übernehmen im Juli 2003 eine Patenschaft für Vettel. Das Ticket in die Formel 1 – und „Super-Seppi“ löste es.
Bisher duellierte er sich mit Schumi nur im Kart, aufs F1-Duell freut er sich: „Statistisch ist Michael der Beste, deshalb ist es für uns junge Fahrer eine besondere Herausforderung. Auf der anderen Seite: Wenn man den Helm aufhat, ist es eigentlich wurscht, wie der heißt, gegen den man fährt.“
Nico Rosberg fuhr bei der Kart-WM 2001 in Kerpen im Mercedes-McLaren-Team – etwas pummelig im Gesicht mit ein paar Pickeln. Aber er besiegte Gastfahrer Schumi, wurde im 1. Rennen Dritter, Schumi nur 25.
Nico erinnert sich: „Ich bin vor neun Jahren bei der Kart-WM gegen Michael angetreten. Ich war damals 15 und er war 32. Im zweiten Rennen wurde er Zweiter, ich belegte knapp dahinter den dritten Platz. Es war ein sehr wichtiger Moment für mich, zu sehen, wie sehr ich den besten Rennfahrer der Welt unter Druck gesetzt hatte.“
Der Formel-1-Weltmeister lobte: ,,Nico und ich haben uns eine ganze Zeit lang duelliert. Das hat Riesenspaß gemacht. Er kann es weit bringen.“ Schumi behielt recht.
Und Nico freut sich auf ihr neues Duell: „Michael ist der erfolgreichste Rennfahrer aller Zeiten, deshalb ist es eine Riesenherausforderung, mich mit ihm zu messen.“
Als nur in der Kartszene bekannter Junge kam Lewis Hamilton 2001 zur Kart-WM nach Kerpen. „Passen Sie auf, der wird von McLaren-Boss Ron Dennis gefördert, der wird der erste Schwarze in der Formel 1“, sagte der jüngst verstorbene Kart-Präsident Gert Brandes dem EXPRESS-Reporter.
In Kerpen wird Lewis hinter Schumi nur Siebter, dafür startet er seinen Siegeszug durch die Nachwuchsklassen bis in die Formel 1. Als er 2007 sein Debüt im Silberpfeil gibt, ist Schumi nicht mehr da. Hamilton: „Schade, ich habe immer gehofft, dass ich in die Formel 1 komme, wenn er noch da ist.“
Ab Sonntag will er sich mit dem Altmeister duellieren: „Ich freue mich wirklich, ihn auf der Strecke zu sehen und zurück an der Spitze. Er ist eine Legende und ein richtig netter Kerl.“
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