Am Nürburgring zittern die Menschen weiter um die Formel 1. Im Rheinland werden Fakten geschaffen. Unsere Region bekommt eine echte WM-Kartbahn – mit angeschlossener Erlebniswelt! Michael Schumacher (44) baut mit dem Kartclub Kerpen, Formel-1-Architekt Hermann Tilke (58) und RWE Power eine Bahn der Superlative.
Im Dreieck zwischen Aachen, Düsseldorf und Köln/Bonn liegt die Sophienhöhe. Eine rekultivierte Abraumhalde des Braunkohletagebaus. Hier, in Düren-Niederzier, entsteht die neue Schumi-Welt – mit Freizeit-Aktivitäten für die ganze Familie und Naherholung in der unberührten Natur.
Die Kartbahn entsteht neben der „Bergwelt Sophienhöhe“, die RWE als Grundstückseigentümer zusammen mit den Kreisen Düren und Rhein-Erft entwickelt. „Da wächst ein Freizeit- und Naturpark heran, in dem auch die Kartbahn eine Rolle spielt“, bestätigt Patrik Klameth, Sprecher von Landrat Werner Stump. „Diese Vision wollen wir mit Leben füllen.“
Kartclub-Präsident Gerhard Noack (60) freut sich, dass die etwa 350 Mitglieder eine neue sportliche Heimat bekommen: „Wir bauen die beste Kartbahn Europas. Sie wird WM-tauglich und von 1300 bis zu 1700 Meter lang.“
Auch Streckenbauer Tilke bestätigt: „Die Pläne sind fertig, es wird eine Bahn nach den gültigen Standards des Weltverbands CIK.“ Natürlich mit Start-Ziel-Haus, Werkstatt und Gastronomie. Auch ein ADAC-Fahrsicherheitszentrum und Hotel sind angedacht.
Neues entsteht, weil altes weichen muss. Für den ab 2017 dem Tagebau Hambach zum Opfer fallenden Erftlandring in Kerpen-Manheim entschädigt RWE die Eigentümer Michael Schumacher (zwei Drittel) und Kartclub (ein Drittel). EXPRESS weiß: Es ist ein Millionen-Projekt, das der Energie-Riese in Kürze öffentlich machen will.
Schumi verhandelte selbst im Rahmen des 50. Klub-Jubiläums in Manheim mit RWE-Boss Jürgen Großmann – und sagt mit etwas Wehmut: „Klar liebe ich die Kartbahn in der Steinheide und finde die Vorstellung seltsam, dass sie nicht mehr da sein wird, aber die Erinnerungen bleiben ja. Ich bin kein Nostalgiker, ich bin eher Realist.“
Und als solcher freut er sich auf den ersten WM-Lauf auf der neuen Kartbahn – vielleicht sogar als Teilnehmer.
Bergwelt auch für Wanderer, Biker und Sommerrodler
Die Sophienhöhe in Düren-Niederzier wird ein Paradies für Sportler und Erholungssuchende, darin sind sich die Politiker der Kreise Düren und Rhein-Erft einig.
Auf 23 Hektar des insgesamt 22 km² großen Naturschutzgebietes soll die „Bergwelt“ mit einer Gondel-Bahn auf den Gipfel (320 m), Mountainbike-Strecke, 1,5 km langen Sommerrodelbahn und Paragliding-Center entstehen.
Die Machbarkeitsstudie ist fertig, die Kosten von etwa 17 Millionen Euro trägt ein Investor.
Sie werden oft verwechselt: die Schumi-Kartbahnen in Kerpen-Manheim und -Sindorf. Der Erftlandring in der alten Kiesgrube in der Steinheide ist eine Profi-Strecke mit WM-Status (bei der WM 2001 fuhr Schumi als Gaststarter).
Hier finden bis zur endgültigen Schließung (zwischen 2017 und 2020) gut ein Dutzend Rennen pro Jahr statt. Den Anfang macht der Winterpokal, der wegen der Witterung vom kommenden Wochenende auf 2./3. Februar verschoben wurde.
Aus dem Kartclub Kerpen-Manheim erwuchsen unter anderem die Schumi-Brüder, Heinz-Harald Frentzen, Nick Heidfeld, Sebastian Vettel und Bernd Schneider.
Das MS-Kartcenter an der A4 in Sindorf ist mit seiner Außen- und Innenbahn dagegen für jedermann zugänglich. Es wird von Bruder Ralf und einem Geschäftsführer gemanagt.
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