Rinderwahnsinn im Bullenstall. Sebastian Vettel (25) und sein Red-Bull-Team laufen wegen der Strafversetzung in Hockenheim verbal Amok. Der Weltmeister bezeichnet die Strafe für sein Überholmanöver gegen Jenson Button abseits der Piste als falsch. Und sein Sportchef Dr. Helmut Marko wählt einen schlimmen Vergleich: als würde „Hühnerdiebstahl mit der Todesstrafe“ geahndet.
Ein Skandal! „Aus meiner Sicht ist eigentlich alles richtig abgelaufen, aber man kann nichts tun, wenn das die Verantwortlichen anders sehen“, hadert Vettel – und ignoriert die FIA-Regel: Wer außerhalb der Strecke fährt und sich dadurch einen Vorteil verschafft, wird bestraft. Normalerweise mit einer Durchfahrtsstrafe. Aber da es in der vorletzten Runde passierte, blieb den Kommissaren um den Kölner Detlef Kramp nur die 20-Sekunden-Strafe.
Vettel, der von Platz zwei auf fünf zurückfiel und danach wutentbrannt zum Elternhaus nach Heppenheim düste, drückt auf die Tränendrüse: „Mir tut das besonders wahnsinnig für das Team und die Fans leid, die uns mit ganzer Kraft angefeuert haben, aber wir können leider nichts an diesem Urteil ändern.“
Der Eintracht-Frankfurt-Fan wählt einen schiefen Vergleich: „Es ist wie im Fußball: Der eine Schiedsrichter gibt Elfmeter, der andere nicht. Damit muss man dann leben.“
Tut er aber nicht, sondern kritisiert den Weltverband FIA – wie schon in Valencia. Da bezichtigte er Rennleiter Charlie Whiting der Manipulation per Safety-Car. Seitdem fährt der vorbelastete Rüpel („Gurken-Affäre“) auf Bewährung. Die englische Zeitung „Daily Mirror“, die ihn wegen seines Dumm-Vorwurfs gegen Lewis Hamilton bereits eine „Heulsuse“ nannte, findet: „Vettel ist auf einem Kreuzzug.“
Dr. Marko folgt ihm dabei blind. Der Österreicher poltert bei „ServusTV“: „Die ganze Situation wurde von Jenson Button ausgelöst, er hat Sebastian keinen Platz gelassen und ihn hinausgedrängt.“ Lächerlich!
Auch Ösi-Petze Dr. Marko (zeigte Michael Schumacher in Valencia wegen eines angeblichen Regelverstoßes an) kritisiert die Regelhüter: „Eigentlich muss es ja heißen: Im Zweifel für den Angeklagten. Das war hier nicht der Fall. Das hat einen Beigeschmack.“
Das gilt eher für seinen üblen „Todesstrafe“-Vergleich.
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