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Ferrari wechselt Produktion: Vettel-Jäger kommt aus Köln

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Das Toyota-Werk in Köln-Marsdorf. Hier entsteht der neue Vettel-Jäger.
Das Toyota-Werk in Köln-Marsdorf. Hier entsteht der neue Vettel-Jäger.
Foto: Reuter
Maranello/Köln –  

Ferrari ist zum fünften Mal in Folge in der Formel-1-WM gescheitert, wieder denkbar knapp gegen Sebastian Vettel (25). Und jetzt reißt bei Präsident Luca di Montezemolo (65) der Geduldsfaden. Er vertraut der eigenen Fabrik nicht mehr und lässt den neuen Wagen für Fernando Alonso (31) bei Toyota entwickeln. Irre! Der neue Vettel-Jäger kommt aus Köln.

Marsdorf statt Maranello: In der Hightech-Fabrik von Toyota Motorsport (TMG) soll die nächste Rote Göttin wieder ein WM-Auto werden. Ein Millionen-Auftrag! „Wir werden das 2013er-Auto ausschließlich im Toyota-Windkanal entwickeln, um Konfusion und Fehlerquellen auszuschließen“, sagt di Montezemolo.

Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo streut den Toyota-Spezialisten in Köln Blumen.
Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo streut den Toyota-Spezialisten in Köln Blumen.
Foto: Ferrari

Hintergrund: Der veraltete Ferrari-Windkanal hatte in der abgelaufenen Saison widersprüchliche Daten geliefert. Folge: Die daraus entwickelten Chassisteile machten den F2012 nicht schneller. Teamchef Stefano Domenicali (47): „Wir brachten neue Teile, die am Auto auf der Strecke nicht funktionierten.“ Auch bei den TMG-Kollegen in Köln gab es Kopfschütteln angesichts schlechter Qualität der angelieferten Ferrari-Modelle.

Domenicali verordnete einen Entwicklungsstopp, um das Windkanal-Problem zu lösen – bekam aber ein noch größeres: mit Alonso! Der Spanier fühlte sich im WM-Kampf mit Vettel im Stich gelassen und twitterte: „Ich will, dass meine 1,2 Millionen Follower wissen, dass die aerodynamischen Schlüsselkomponenten im Heck des Ferrari immer noch die gleichen wie im Mai sind.“

Boss in Köln: Rob Leupen
Boss in Köln: Rob Leupen
Foto: TMG

Di Montezemolo tobte, doch nun reagiert er. „Unser Windkanal wird für 2014 modernisiert. Da erwartet uns alle technisch ein totaler Neubeginn“, sagt er im Hinblick auf das neue Motor-Reglement (V6-Turbo statt V8-Sauger). „Das führt dazu, dass sich ab Juli alle bereits auf 2014 konzentrieren werden. Wir haben die Aerodynamik-Abteilung verstärkt und zwei Gruppen fürs kommende und nächste Auto eingerichtet.“

In Köln ist man bereit für die Vettel-Jagd. Aerodynamisch war der wegen des Toyota-Aus 2009 nie eingesetzte TF110 top. TMG-Chef Rob Leupen (49): „Unsere Kunden sind sehr glücklich mit unseren Windtunnel-Services, die eine sehr gefragte Dienstleistung sind.“

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