Er galt als eines der größten Talente der USA, liebte den Rausch der Geschwindigkeit schon als kleiner Junge - und starb mit nur 13 Jahren auf der legendären Rennstrecke von Indianapolis: Der Tod von Peter Lenz erschüttert die Motorrad-Welt.
„Es ist schrecklich“, sagte Ex-Weltmeister Nicky Hayden: „Aber letztlich ist das unser Sport. Wir treffen die Wahl.“
Lenz war in der Aufwärmrunde eines Nachwuchsrennens gestürzt und von einem nachfolgenden Piloten überfahren worden. Drei Stunden später starb der Teenager im Krankenhaus nach Aussage des Gerichtsmediziners an einem stumpfen Trauma.
Sein Vater Michael informierte die Öffentlichkeit über die Internetseite Facebook vom Tod seines Sohnes. „Er starb bei dem, was er am liebsten tat. Die Welt hat eines ihrer hellsten Lichter verloren“, schrieb Michael Lenz. MotoGP-Fahrer Colin Edwards meinte: „Ich bin mit ganzem Herzen für Peter gefahren. Ich habe einst selbst einen Teamkollegen verloren. Er war mein bester Freund. “
Die durch die extreme Hitze holprig gewordene Strecke im legendären „Nudeltopf“ machte selbst den besten Piloten zu schaffen. Weltmeister Valentino Rossi wurde am Wochenende insgesamt viermal vom Motorrad geholt, das Moto2-Rennen musste nach einem Massensturz, in den auch Stefan Bradl verwickelt war, in der ersten Runde gekürzt werden.
Die großen Rennserien waren der Traum von Peter Lenz. Bereits mit fünf Jahren saß er das erste Mal auf einem Motorrad und gab Vollgas. „Der Speed ist phänomenal. Machmal bin ich schon ein bisschen nervös“, hatte der Blondschopf einst gesagt. „Aber ich gebe einfach Gas und denke nicht darüber nach.“
Im Winter raste er oft mit seiner Crossmaschine über das schneebedeckte, fünf Hektar große Anwesen seiner Eltern. Mit elf Jahren wurde er der jüngste Lizenzfahrer der US-Motorradvereinigung, laut seiner Facebook-Seite gewann er in seiner kurzen Karriere 125 Rennen und fuhr weitere 35-mal auf das Podium. Lenz verlor seine Unbekümmertheit auch nicht durch einen schweren Sturz Ende Mai 2009. Die Bremsen seiner Maschine versagten, und Lenz brach sich mehrere Knochen in Beinen und Armen.
Vom Aufhören wollte er nichts wissen: „Ich komme zurück. Ich kann ohne Motorradrennen nicht leben.“ In dieser Saison kehrte der Junge zurück, dessen größter Traum es war, einmal in Spanien zu fahren. Von zwölf Rennen gewann er vier, Rennorganisator Chris van Andel schwang Lobeshymnen: „Ich denke, dieser junge Mann kann einer werden wie Rossi oder Hayden. Ich scheue mich nicht davor, ihn mit ihnen zu vergleichen.“
Lenz ist der erste tödlich verunglückte Fahrer auf dem Indianapolis Motor Speedway seit 2003. Damals starb Tony Renna in einem IndyCar-Rennen. Für Lenz' Familie wird der kleiner Peter nie aufhören, ein Rennfahrer zu sein. In einer Pressemitteilung schrieb sie: „Wir wissen, dass Peter im Himmel umso schneller fahren wird.“
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